MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

17.04.2012, Rishikesh, Nordindien

Eine frohe und andere Botschaften

Für alle, denen es noch nicht bekannt ist – die Morpheus-Crew ist um ein Mitglied reicher!

Das kleine Geschenk aus den tibetischen Bergen ist mittlerweile ungefähr 21 Wochen jung und recht flott unterwegs im Mutterleib. Gefühlsmäßig und laut Vorsorgeuntersuchung in Delhi sind wir beide bei bester Laune und Gesundheit. Somit kann dem letzten großen Abenteuer in diesem Lebensabschnitt, als auch auf dieser Reise nichts mehr im Wege stehen!

Wie sich die meisten inzwischen vorstellen können und andere bereits wissen, haben wir einen Haken geschlagen und befinden uns nunmehr auf den vorerst letzten ca. 12 000 Kilometern in Richtung Europa. Was vor nun beinahe 3 Jahren als eventueller „Ausstieg“ begonnen wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit, der gesammelten Eindrücke und daraus resultierender Überlegungen und Erkenntnisse immer klarer zu einer weiteren Etappe auf der Straße des Lebens, die uns irgendwann wieder zurück zum Ursprung führen würde.

Das Reisen an sich, der Blick über all jenes, was uns „aufgezwungen“ wird hinaus ist wunderbar lehrreich, ein andauerndes emotionales Auf und Ab, immer in Bewegung, mal spannend, anstrengend, beglückend, unsicher, bereichernd, fordernd, fördernd, mit jeder Menge Verantwortung und Vertrauen verbunden …doch für den Moment haben wir genug! Wir vermissen die Familie daheim, Vertrautes, Kommunikation mit Gleichgesinnten, ein bisschen Alltag, Ruhe, einen „sicheren Platz“ und etwas mehr Raum für sich selbst. Wir fühlen uns mit kunterbunten Erlebnissen gesättigt. Und vielleicht liegt der „Platz“ nachdem wir suchen an einem ganz anderen Ort…

Wie meist sehen wir der Zukunft positiv entgegen, freuen uns auf wieder „andere“ Herausforderungen, warten voller Zuversicht auf das, was sich morgen für uns ergibt!

Haus, Jurte, Bauwagen im Grünen, oder wenn wir finanziell wieder festen Boden unter den Füßen haben doch noch einmal los ziehen…es bleibt dabei, wer weiß schon was der Morgen bringt…doch es liegt an uns, was daraus zu machen!

Nachdem wir uns dieser Tatsachen bewusst waren, begann für Wolfgang die Planung und Organisation der „Rückreise“. Ziemlich schnell waren wir uns einig, die südliche Route über Pakistan, den Iran und die Türkei nach Europa einzuschlagen; theoretisch der schnellste und kostengünstigste Weg. Praktisch hat diese Entscheidung ihn nun schon einige schlaflose Nächte bereitet.

Das vorrangige Problem an dieser Route sind aber nicht, wie man sich jetzt vielleicht denken mag, hinter jeder Weggabelung lauernde „Terroristen“ und der Umstand, dass wir in heißen Wüstengegenden unterwegs sein würden, sondern…

Was wäre das für eine Welt, in der die internationalen Medien Schlagzeilen nicht produzieren, nicht propagandieren, sondern Nachrichten recherchieren würden; in der es möglich wäre sich einen objektiven Überblick zu verschaffen und man daraufhin nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen treffen könnte? Niemand mehr wirtschaftliche über menschliche Interessen stellen würde? Eine Welt in der sich unabhängige Mitglieder aller Nationen miteinander an einem mystischen Ort versammeln würden, um über mögliche Lösungen von unser aller Problemen, wie den sinnvollen Umgang und die Aufteilung verbleibender Ressourcen zu diskutieren? Was wäre das für eine Welt, in der die Entwicklung intelligenter Waffensysteme und Wettrüstung überflüssig würde, weil der Mensch sich intellektuell so weit fort entwickelt hätte, dass der Slogan „Krieg ist keine Lösung“ Selbstverständlichkeit wäre? Was für eine Welt, in der wir Alle ein Recht auf ein würdiges Leben, auf Freiheit und auf das Streben nach Glück hätten? Eine Welt im Gleichgewicht? Eine Welt ohne Angst?

Ja, wir alle unterscheiden uns voneinander, manchmal so sehr, dass es unmöglich erscheint die Handlungen anderer zu verstehen, Interesse dafür zu entwickeln, sich damit auseinanderzusetzen…

Es scheint uns schwierig bis unmöglich in diesen Zeiten eine verantwortungs“bewusste“ Entscheidung zu Gunsten der südlichen Route zu treffen! Zu leicht ist der Mensch durch die Unzulänglichkeiten seiner Sinne zu täuschen. Das Risiko zwischen die Fronten zweier Militärmächte wie Israel und dem Iran zu geraten erscheint uns unter diesen Umständen zu hoch…

Eigentlich würden wir somit in einer Sackgasse sitzen, doch das Schicksal brachte uns zur rechten Zeit, am richtigen Ort, mit den richtigen Menschen zusammen.

In Nepal trafen wir auf eine Gruppe Überlandreisender, die in ca. 4 Wochen durch China über den Karakorum – Highway von Pakistan aus nach Kirgistan fahren würde, noch dazu mit derselben Reiseorganisation, mit der wir schon zweimal zusammengearbeitet hatten. Wir wussten also, ein Anschluss ist möglich. Damit würde China noch einmal erschwinglich und darüber hinaus befänden wir uns in angenehmer Gesellschaft und wären zusammen mit anderen Kindern unterwegs! Letzte Woche haben wir unsere Pläne einmal mehr über den Haufen geworfen und doch noch zugesagt.

Die bevorstehende Strecke führt über eine der schönsten Bergstrecken durch das pakistanische Hundza Tal auf den Khunjerab Pass (4700 Meter) und noch einmal über den Himalaja bis zum Volk der Uiguren ins wunderbare Kirgistan.

Ende August ist voraussichtlicher Geburtstermin! An dieser Stelle ganz liebe Grüße an unsere Lieblingshebamme Ute!

Ein bisschen schlottern mir schon die Knie, obwohl die anfängliche Übelkeitsphase schon längst überwunden ist, wird der Bauch zunehmend größer…aber wir werden all unsere Kinder schon schaukeln, meint mein Liebster und ich habe vollstes Vertrauen in die Macht des positiven Gedanken.

Jetzt ist verfasst, „was gesagt werden muss“ (!) und morgen heißt es dann „Volle Kraft voraus“ Richtung Islamabad!

Advertisements

9 Antworten zu “17.04.2012, Rishikesh, Nordindien

  1. abseitsreisen April 16, 2012 um 5:11 pm

    Herzlichen Glückwunsch an die Morpheus-Crew!
    Wir können sehr gut nachvollziehen wie schwer der Entschluss zur Rückkehr gefallen sein muss, aber trotz dieser Entscheidung ist die Reise ist noch lange nicht zu Ende.
    Nun liegt nochmal eine unglaublich interessante Route vor euch und wir freuen uns auf weitere spannende Berichte euerer Weiterreise und auf ein Wiedersehen in der Heimat.
    Viele Grüße,
    Sabine und Thomas

  2. Edeltraud April 17, 2012 um 11:54 am

    gut geschrieben und gedacht, wir warten auf euch und schließen uns den positiven Gedanken an.

  3. Tobias H. April 18, 2012 um 6:22 pm

    Glückwunsch!
    Zu allem, einfach nur Glückwunsch.

    Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Reise auf den Schienen des Lebens.

    Grüße
    Tobias, Jade Mathilda und Laura aus Thüringen 😉

  4. Berit April 19, 2012 um 1:13 pm

    Auch von uns – Alles Gute!!! Das sind ja schöne News, die natürlich schon per Stille Post in die Obpf gelangt sind 🙂 Gute Heimreise! Die BuHs

  5. yvonne+5 April 19, 2012 um 10:28 pm

    Hallo und herzliche Glückwünsche aus Boumalne Dades (Marokko)!
    Wir hatten uns schon gefragt, wann ihr aus dreien vier macht. Nu ist es soweit. Mit Rückreise hat das ja dann wenig zu tun – im Gegenteil. Mit jedem Kind ist es ein Schritt weiter raus ins Abenteuer! Immer nur weiter so … 🙂
    Viele Grüße und Glückwünsche von Matti, Hendrik, Bennet, Lasse, Hannes und Yvonne

  6. `Tatjana April 20, 2012 um 6:27 am

    Die herzlichsten Glueckwuensche auch von uns! ich verfolge eure reise schon seit Anfang an, und nichts ist spannender als die Reise in ein „neues“ Leben, in diesem Falle „mit“ einem neuen Leben! Alles Gute und gute Heimreise! Tatjana & familie

  7. heleum April 23, 2012 um 10:23 am

    Ganz viele herzliche Glückwünsche aus der Opf!
    Die Gaja war noch so ein Winzling als ihr die durch die Mongolei geschippert habt und die ist jetzt schon soooo groß und jetzt kommt wieder ein Winzling hinzu, der/die euch begeleiten wird 🙂
    Gute Heimreise!
    Heike

  8. Marion Mai 2, 2012 um 7:24 pm

    auch von mir herzlichen Glückwunsch und weiterhin eine schöne Reise ihr werdet das schon „Schaukeln“

    gruß Marion aus Nürnberg

  9. Gisela & Lorenz Mai 5, 2012 um 6:50 am

    Wow, einfach genial, jetzt kriegt die Gaia noch ein Brüderchen, einen herzlchen Glückwunsch dazu! Eure Entscheidung – zurück zur Nordroute – war sicher richtig. Passt bloss auf in Pakistan, auch da lungern böse Gestalten umher.
    Auf alle Fälle wünschen wir euch super schöne Eindrücke und eine sichere Fahrt auf eurer Reise des Lebens über Deutschland 🙂
    Liebe Grüsse aus Kambodscha, den Langsamreisenden Gisela und Lorenz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s