MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Xian

Und dann trägt uns der Highway auch schon zur nächsten Attraktion. Unterwegs sieht man immer noch nicht viel von der Landschaft, weil die Smogglocke kein Ende nehmen will. Man könnte meinen, man gewöhnt sich daran, aber in unserem Fall tritt wohl eher das Gegenteil ein. Interessanterweise scheint die Luftverschmutzung für Tony ein weniger diskussionswürdiges Thema zu sein. Als Wolfgang erneut darauf zu sprechen kommt, weist er auf den immensen wirtschaftlichen Aufschwung Chinas in den vergangenen Jahren hin und meint: „Wir müssen produzieren!“
Ich schwanke zwischen Wut und Trauer über diesen Zustand und kann nicht verstehen, wie die Menschen auf der Straße so anscheinend stoisch ihren Alltagsbeschäftigungen nachgehen können. Vielleicht hätten wir uns mehr bemühen sollen, den Kontakt zu ihnen zu suchen, um etwas mehr über „die Wahrheit“ zu erfahren…in jenem Moment jedoch waren wir von der Geschwindigkeit der Reise selbst und all den vielen Eindrücken so gefordert, dass es an Engagement dafür fehlte. Besonders für Gaia ist das ständige Fahren von Früh bis Spät eine Anstrengung. Viel lieber würde sie draußen herum tollen, sich bewegen und es ist nicht einfach sie bei Laune zu halten. Anders jedoch würden wir die Distanz in der vorgegebenen Zeit nicht bewältigen können.


Etwas abseits des nächsten großen Industriemolochs Xian, wartet eine der Hauptattraktionen auf uns: Die Terrakottaarmee. Nach dem Sturz der Qin-Dynastie im Jahre 206 v.Chr. wurde die kaiserliche Residenz, in der damaligen Hauptstadt dem Erdboden gleich gemacht und ist heutzutage eine Spielwiese für Archäologen. Eine Armee aus tausenden von Keramiksoldaten, die kindsgroß sind, samt Pferden und Wagen, einstige Grabbeigaben, traten bei Ausgrabungen ans Tageslicht und können hier bestaunt werden.

Advertisements

Comments are closed.