MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Muang Ngoi Neua

Die Hauptverbindungsroute 1, Richtung Udomxai hat es auf zweierlei Arten in sich. Auf der einen Seite ist sie noch nicht fertig ausgebaut, weswegen es höllisch staubt und es ist sehr kurvenreich, auf der anderen Seite fühlt man sich auf der Fahrt durch die kleinen Dörfer, in denen die Menschen in einfachen Bambushütten wohnen, hundert Jahre in der Zeit zurückversetzt. Frauen waschen sich halbnackt am Straßenrand, Kinder sehen unserem Gefährt aus ungläubigen Augen entgegen, Palmwedel werden zu Dächern verflochten und ständig kreuzen Haustiere unseren Weg. Diese Leute wurden von Heute auf Morgen in die Neuzeit katapultiert und irgendwie wirken sie nicht besonders glücklich darüber.



Ab Pak Mong, wo wir Richtung Nong Khiaw abbiegen, verändert sich mit den Straßenverhältnissen auch das Aussehen und die Lebensverhältnisse der Menschen.
Wo die Touristenbusse halten, herrscht geschäftiges Treiben. Hier regiert wieder das Geld und der Gedanke daran, es zu mehren. Das bringt „Fortschritt“.

Von Nong Khiaw aus starten wir am 20.November einen Ausflug nach Muang Ngoi Neua. Den abgelegenen Ort erreicht man nur mit dem Boot. Bei den Ablege- und Ankunftszeiten haben die Laoten ihre eigenen Vorstellungen und so kommen wir in den zwei Stunden, die wir warten müssen, mal wieder in den Genuss von Pfannkuchen und Fruchtshake. Man hat sich auf die Bedürfnisse der zahlreichen Rucksackreisenden, die täglich hierher pilgern, eingestellt! Jeder, der von hier aus über den „Nam Ou“ weiter Richtung Vietnam, Luang Prabang, oder eben Muang Ngoi Neua über den Wasserweg will, bleibt mindestens eine Nacht hängen. An der Promenade gibt es einige, nette, einfache Restaurants und Bungalows. Die Bewohner haben sich mit dem regen Ansturm „arrangiert“.`




Dorfschmuck

Die Bootsfahrt Richtung Norden in einem Langboot, das wir uns mit zirka 10 anderen, alternativ Reisenden teilen, dauert etwas länger als eine Stunde und vor lauter Austausch (viele kommen aus Deutschland) verpassen wir fast den senationellen Ausblick.
Das Ufer des breiten Flusses ist überwuchert von Mangroven, dahinter ragen hohe Berge auf und hie und da suhlen sich (Albino-)Wasserbüffel im Schlamm.

Der kleine Ort, in dem wir landen, besteht zum Großteil aus einfachen Herbergen, Tante Emma Läden und Restaurants und auch hier scheint man sich mit dem Besucherandrang arrangiert zu haben. Vor Ort erfahren wir, dass wir die Nacht ziemlich wahrscheinlich hier verbringen werden müssen, da täglich nur ein Boot die Strecke fährt. (Ich nehme an, um die heimische Wirtschaft ein wenig anzukurbeln)
Oje, die erste Nacht außer Haus und dann auch noch unvorbereitet. Im Rucksack haben wir lediglich eine Flasche Wasser und Brotzeit. Aber irgendwie fühlt sich so ein bisschen Zwangsspontanität doch auch wieder ganz gut an!

Wir machen uns auf Erkundungstour und spazieren über einen Trampelpfad zur ausgeschilderten Höhle. Gemeinsam mit „Ralle“ aus Leipzig, der uns barfuß einholt genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages, die die Reisfelder goldgelb einfärben. Die Bauern machen sich über schmale Lehmpfade auf den Nachhauseweg, ein paar Schlangen verschwinden im Unterholz und auch wir machen uns auf den Rückweg, um eine geeignete Bleibe zu finden.


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Die schlimmste Befürchtung im Hinblick aufs Auswärtsschlafen bestätigt sich nicht, denn Gaia wirft sich sofort nach dem Öffnen der Bungalowtür in ein riesiges Bett und drängt uns gewissermaßen dazu, die „erstbeste“ Unterkunft zu beziehen. Beim Abendessen treffen wir Linda und Pawel das dritte Mal und langsam fragen wir uns, welchen tieferen Sinn diese Begegnungen haben könnten… Gaia findets prima, sie tollt herum, schäkert mit Linda und unterhält ihr Publikum. Fühlt sich gar nicht so übel an, das „backpacker“-Dasein!

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