MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Grenze Thailand-Malaysia

Überland passieren wir am 19.Mai die westlichste Grenze zwischen Thailand und Malaysia
bei Satun.Dies soll der bisher kürzeste Grenzübertritt werden. Nachdem man uns noch auf
thailändischer Seite eine Fahrzeugversicherung für Lkw und Motorrad wegen des zu hohen
Alters verweigert hatte, fahren wir auf der offensichtlich selten genutzten Fahrspur für
„Alles, was größer als ein Pkw ist“, beim Zoll vor. Wegen dort plazierter Obst- und
Souvenirstände gestaltet sich die Passage als etwas tückisch. Aufgrund vorhandener
Indienfahrerfahrung, muß aber nur die Speiche eines Sonnenschirms dran glauben.
Für die Lässigkeit, der thailändischen Grenzbeamten, deren Äußeres stark an die Sorte
„Amerikanischer Cop aus dem Fernsehen“ erinnert, reicht der Begriff Coolness schon fast
nicht mehr aus. Einer läßt sich zwar leicht interessiert von Mathias in Thai-Englisch
unsere Reisegeschichte erzählen und überreicht uns als Zeichen seiner Anerkennung zwei
Flaschen Mineralwasser, alle anderen jedoch haben sichtlich Mühe ihre eingenommenen
Sitzpositionen zu verändern und widmen sich lieber einer kleinen Zwischenmahlzeit, als
dem Inhalt unserer „Wohnhäuser“. Ganze zehn Minuten dauert die Ausreise.
50 Meter weiter steht ein weiteres kleines Gebäude, in dem die malayische Delegation
untergebracht ist. Das Ausstellen(!) der Visa wird in aller Kürze von einer Dame mit
schwarzem Kopftuch hinter einer verdunkelten Scheibe erledigt und 5 Minuten später
steigen wir wieder an Bord, um in die schmale „Zollschleuse“ einzulaufen. Das
verschmitzte Lächeln des ersten Beamten dort läßt mich bereits vermuten, daß es hier
u.U. nicht ganz so einfach ablaufen könnte…
Als ich aussteige, um brav unsere Pässe vorzuzeigen, fragt mich ein stämmiger
Uniformierter, der von einer Gruppe Halbwüchsiger umringt ist nach unserem Carnet de
Passage. Oweia, auch das noch, die Zolldokumente sind vor einigen Wochen abgelaufen und
erst in drei Wochen soll das Anschlußdokument, gemeinsam mit Wolfgangs Eltern hier
eintreffen.
(Bis hierher haben wir dieses Dokument nur für die Fahrt durch den Iran benötigt)
Ich stelle mich also ersteinmal ahnungslos und bin froh als Wolfgang und Mathias mich
ablösen. Nachdem sie klargestellt haben, wie die Dinge stehen und uns auch die
malayische Versicherungsgesellschaft vor Ort keine Police ausstellen will, wird der
„Boss“ telefonisch zu Rate gezogen. Wir haben Glück, denn der „Boss“ meint, wenn wir das
erforderliche Schreiben nicht hätten, wären die Beamten dazu verpflichtet einen Blick in
die Fahrzeuge zu werfen, doch danach dürften wir einreisen. Ok…, wenn`s sonst nichts
ist, herein spaziert! Auch unser Zöllner scheint mit diesem Arrangement zufrieden und
als er sich mit einem uns vertrauten, unverständlichem Gesichtsausdruck einmal kurz
umgesehen hat, öffnet sich das Eisentor und wir sind wieder im Spiel!

Advertisements

Comments are closed.