MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Berastagi – Am Fuße des Vulkans

Erst am darauffolgenden Tag erreichen wir unser nächstes Ziel, den Gunung Sinabung.

Die Nacht hatten wir in einem der „Versteckspiel-Hotels“ entlang der Hauptstraße, die von Medan aus in südwestliche Richtung führt, verbracht. Die Einrichtung des Etablissements mit aufdringlichem Zimmerservice kann man nicht anders beschreiben als bonbonhaft. Nachdem der Hotelboy die Jalousie der angeschlossenen Garage blitzschnell heruntergelassen hat (!), öffnet sich eine pinkfarbene Holztür und gibt den Blick auf eine scheußliche Inneneinrichtung frei. Giftgrüner Kunstrasen zieht sich die Wände entlang, Türen und Wandbordüren leuchten in Pink und die Plastikmöbel bestechen durch grelle Türkistöne. Um das Farbspektakel noch zu verstärken, wird eine der Wände komplett von einem Spiegel bedeckt…

Spiegelzimmer

Nichtsdestotrotz überstehen wir die eine Nacht ohne Augenerkrankung, doch auf dem Weg in die Stadt Berastagi erwartet uns schon die nächste Überraschung.

Wir trauen unseren Augen kaum, als wir auf den Inhalt mehrerer an der Straße aufgestellter Käfige aufmerksam werden. Mathias stoppt den Wagen und wir ziehen los, um uns zu versichern, ob das, was wir da gerade gesehen haben, tatsächlich Flughunde gewesen sind. Und wirklich, in einer der großen, dreckigen Holzkisten mit Sichtgitter hängen ca. 30cm lange, zitternde schwarze Flattermänner und schauen uns kerzengerade an.

Eine junge Frau, die sich mit dem Namen Johanna vorstellt, präsentiert uns stolz die einzige Einnahmequelle der ganzen buckligen Familie und ich weiß nicht, ob ich jetzt ihr Lächeln, die Geräusche, die die Tiere von sich geben, oder die Tatsache, dass sie gegessen werden grusliger finden soll. Mal wieder so ein Augenblick, indem man zwischen Faszination und Abscheu hin und her gerissen ist…

Flughund zum essen

Präsentation eines Bat

Bevor man den Fuß des von uns angepeilten Vulkans irgendwie gefühlsmäßig gefahren erreicht, kann man sich in den umliegenden Dörfern einen Eindruck über den Alltag der ansässigen Bauern verschaffen. Die Gegend ist bekannt für ihr angenehmes Klima, indem Orangen, Kaffee, Kakao und Tabak besonders gut gedeihen.

Viele Frauen und Männer, sind gezeichnet von jahrelanger, harter Arbeit und die roten Ränder um ihre Münder verraten, wie sie sich Erleichterung verschaffen.

Tratsch überall

Berastagi

Die folgende Nacht wird die einzige sein, die wir auf diesem „Sonderausflug“ im Freien verbringen werden. Für eine solche Eiseskälte (10 Grad) sind wir nun wirklich nicht ausgerüstet! Wer würde denn auch erwarten, dass man 2 Grad vom Äquator entfernt zum Schlafen eine Federdecke benötigen würde? Nach einem Plausch mit dem Vogelfänger, einem romantischem Sonnenuntergang hinter der Silhouette des Kraters, Lagerfeuerromantik und gerissener Hängematte treffen wir uns alle im Auto wieder. Die einzige, die am nächsten Morgen gut erholt aussieht ist Gaia!

Hängematte

Lagerfeuer

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Eine Antwort zu “Berastagi – Am Fuße des Vulkans

  1. Seb September 1, 2011 um 12:00 pm

    Vielen Dank für deine Texte Diana, die uns daheimgebliebenen immer wieder ein Stückchen mit auf euern Weg nehmen… Ganz liebe Grüße! Seb