MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

China die Zweite: Von Mohan bis Shangri-La

Wer hätte das gedacht?

Wer hätte damit gerechnet, dass wir uns nach 12 Monaten quer durch Südostasien wieder an diesem Ort, vor den Toren der „Volksrepublik“ vorfinden würden? Wir ganz sicher nicht! Ich war mir damals sogar ziemlich sicher, dass ich dieses Land niemals wieder betreten würde. Aber so ist das eben mit den Entscheidungen im Leben, die man meint endgültig treffen zu können…Sag niemals nie und halte dir sämtliche Möglichkeiten offen – mit diesem Motto würde man sich selbst wohl einen großen Gefallen tun.

Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt treffen wir an der Grenze nach China bei Mohan auf unseren bevorzugten chinesischen Reisebegleiter „Tony“ – Ja, will man mit dem eigenen Fahrzeug durch China, insbesondere auch durch die Autonome Region Tibet reisen, ist es immer noch erforderlich eine Reiseorganisation zu konsultieren, die sich um die Beschaffung aller erforderlichen Durchfahrtsgenehmigungen und sonstige bürokratische Belange kümmert. Während des Fahrens muss ein „Guide“ anwesend sein, der aber nicht unbedingt als Aufpasser fungiert, sondern viel mehr für die Sicherheit der Fahrzeuge (der Gegenwert des Fahrzeuges muss als Gewährleistung für die anschließende Wiederausführung vom Veranstalter bei der Einreise hinterlegt werden und wird bei Ausreise wieder auf dessen Konto transferiert) und die der Besatzung zuständig ist…
Das offensichtlich komplizierte und langwierige Prozedere hält uns auch dieses Mal wieder unnötig auf. Wir sind sicherlich nicht die ersten, die hier mit eigenem (ausländischem) Fahrzeug einreisen und die Vorbereitungszeit durch die Reiseorganisation für die Durchfahrt nimmt ganze drei Monate in Anspruch, aber der überorganisierte Staatsapparat ist so schwerfällig und die Entscheidungskraft eines einzelnen so nicht vorhanden, dass wir ganze zwei Tage auf dem Zollparkplatz stecken bleiben. Sogar eine kleine Delegation Beamter muss extra aus Kunming (6 Stunden Autofahrt) anreisen, um die Fahrzeuge zu inspizieren. Sie ersparen uns allen aber die Peinlichkeit die Angelegenheit all zu genau zu nehmen und fahren fünf Minuten nach Ankunft wieder ab. Unfassbar!

Immerhin: Man lässt uns einreisen! (Grüße an Sabine und Thomas: Sie konnten sich anscheinend nicht an uns erinnern 😉 ) Ich darf jedoch die „Action-Satisfaction-Box“ weder fotografieren, noch betätigen (anscheinend ist nur ein chinesischer Staatbürger dazu befähigt die Leistungen eines Leidensgenossen zu beurteilen; allerdings würde ein Chinese auch nie auf den bösen „Unzufrieden-Knopf“ drücken, was ich versuche). Wir freuen uns also erstmal darüber Tony, der mittlerweile verheiratet ist, wieder zu treffen, Gaia kann auf dem riesigen, geteerten Parkplatz Riesenrunden mit ihrem feuerroten Dreirad drehen und unsere Glutamat verseuchten Mägen werden mit umfangreicher traditionell chinesischer Kost (viel Gemüse, Pilze, Tofu,…) verwöhnt.

Dongfeng

Parkplatzleben

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