MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Mount Everest Base Camp

Nahe dran und doch vorbei

In der Stadt Lhatse verlässt uns der symphatische Guide Tony aufgrund einiger unglücklicher Entwicklungen. Die allgemeine Stimmung ist leicht angespannt und Gaia zeigt erste Grippesymptome. Sie ist sehr anhänglich, still, verschleimt, hustet andauernd und verweigert ihr Trinkwasser, was hier oben von immenser Bedeutung ist. Wir stellen fest, dass es uns langsam reicht! Die ständige Fahrerei, der Zeitdruck, die Höhe, das Übernachten in den Städten und das Alles jetzt auch noch mit einem kranken Kind – wir wollen langsam wieder runter und raus aus den Zwängen.

Ein „frischer“, tibetisch stämmiger Guide steigt gleich am kommenden Morgen zu, der auf uns einen äußerst kompetenten und ebenfalls netten Eindruck macht. Sein Name ist mir an dieser Stelle aber irgendwie abhanden gekommen…Als nächstes Highlight steht der Besuch des Mount Everest Camps auf 5200 Metern, am Fuße des höchsten Berges der Erde auf dem Tourplan.

Doch zuerst bezwingt Morpheus den höchsten Pass der Route (5280m), auf dem es viel zu windig zum Aussteigen ist. Doch schon einige Kilometer bergab, gerade als sich das sehr charakteristische Profil eines bestimmten Gipfels gegen den Himmel abzeichnet, gehen wir zum Bewundern mit einer dick eingemummelten Gaia vor die Tür. Das ist es jetzt also, ja ein irgendwie erhebendes Gefühl, von Angesicht zu Angesicht mit dem Mount Everest….und in diesem Moment entscheide zumindest ich, dass wir uns die holprige Piste dort hinauf ersparen werden.

Es folgt eine äußerst anstrengende Nacht in Neu Tinggri, in der wir fast kein Auge zu bekommen, weil sich Gaia vor lauter Schleim im Hals nun zusätzlich auch noch übergeben muss, um diesen auszuscheiden. Sie fühlt sich weder im warmen Laster, noch außerhalb im bissigen Wind wohl und weint fast ununterbrochen. Als der Guide das mitbekommt, ist er davon überzeugt, dass sie in diesem Zustand jetzt zusätzliche Probleme mit der Höhe hat und er bringt uns „Trinkies“ und eine Miniatursauerstoffflasche vorbei. Die beschert uns anschließend zumindest einige Minuten lang Lachsalven.

Und was wir anschließend nicht zu Träumen gewagt hätten passiert, der Guide übergibt uns sämtliche Kopien der erforderlichen Durchfahrtspapiere und schickt uns allein auf den Weg in Richtung chinesisch nepalesische Grenze, die in 160 Kilometern auf nurmehr 2800 Metern liegt und macht sich allein mit Mathias an die abenteuerliche Auffahrt!
Frei?!

Neu Tinggri

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