MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Von Amritsar nach Islamabad

„Celo Pakistan“

Von Amritsar aus, wo wir uns gut „betucht“ auf die Umrundung des bedeutensten Heiligtums der Gemeinschaft der Sikhs, den „Golden Temple“ machen und ein paar gemütliche Runden in Mrs. Bandaris Swimmingpool drehen, bis Islamabad, das ohne Übertreibung eher einer Hochsicherheits-Enklave ausländischer Diplomaten und Hilfswerke-Mitarbeiter gleicht, als einer Hauptstadt, dauert es genau einen Tag.

Golden temple

Golden Tempel

Mittendrinn

Einen Tag, 350 Kilometer und einen Grenzübertritt. Wir sind pünktlich, um unser angestrebtes Ziel an diesem Tag noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen, doch Indien lässt sich Zeit uns ziehen zu lassen. Zehn nach Zehn scheint der Morgenkaffee dann aber endlich ausgeschlürft und die komplexe Militäruniform korrekt andrappiert zu sein, nur die Software ist noch nicht ganz warm gelaufen. Wir warten. Ganze drei Stunden am Ende, bis wir gemeinsam mit einer Hand voll anderer Zivilisten das Gebäude der Einwanderungs-behörde verlassen und mit den Spaßvögeln vom Zoll eine Runde in unserem lustigen Auto drehen dürfen…irgendwann sind daraufhin endlich auch Fahrgestell- und Motornummer kontrolliert und als die Beamten auf dieser Seite der Barriere schon beinahe wieder Feierabend machen (angeblich spektakulärer Abendappell täglich 17 Uhr) werden wir auf der anderen Seite des „berühmten“ Exerzierplatzes höflichst begrüßt und schnellstens abgefertigt. Pakistan – erster Eindruck: effizient, organisiert, gastfreundlich!

Am Getümmel entlang der weiterhin gut ausgebauten Straße ändert sich zuerst nicht viel, außer dass man es hier offensichtlich geschafft hat, alles, was weniger als vier Räder (oder gar keine) hat und nicht sich nicht schneller als mit 20 km/h fortbewegen kann, von der Hauptstrasse zu verbannen. Die Anwohner scheinen die ausschließlich in korrektem Englisch verfassten Verkehrsschilder also bestens interpretieren zu können und sich auch noch daran zu halten.

Oder doch?

Weiterhin laden bunte Werbetafeln mit einem umfangreichen Angebot zu einer Pause in einem der Restaurants entlang der Strecke ein, in jedem Örtchen begegnen uns Getränkelaster eines berüchtigten Spirituosen-Großhandels und dunkelhaarige Schönheiten lächeln von riesigen Bannern dem Passanten ins Gesicht, um ihn von der Unabdingbarkeit eines neu entwickelten Pflegeprodukt zu überzeugen. Pakistan – zweiter Eindruck: moderner als vermutet!

Mal wieder anders

Kilometer reiht sich an Kilometer, Mautstelle an Mautstelle, Stunde um Stunde verrinnt, bis wir unser Ziel, Islamabad, dann tatsächlich noch bei Einbruch der Dunkelheit erreichen. Ein Band aus schwer bewaffneten Sicherheitskräften sichert die top ausgebaute, strahlende, sechsspurige Autobahn, auf der wir sofort von den altbekannten, weißen, mit Mega- Antennen ausgestatteten UN-Fahrzeugen umzingelt sind und selbst ein X-Ray, ein Röntgengerät aus Deutschland für Fahrzeuge, im Wert von mehr als einer Million Euro funkelt unbenutzt im Schein der Abendsonne in einer Haltebucht vor sich hin. Da fühlt man sich doch gleich viiiel wohler…

Fleisch im Ueberfluss

Auf dem Campinggelände unterhalb des Verwaltungssektors 8A, östl. des „Nullpunkts“ wartet man heute schon auf uns. Ein Teil der Truppe, der wir uns durch China anschließen wollen, die italienische Familie aus Nepal, eine fünfköpfige deutsche Familie unterwegs im Unimog und ein belgisches Pärchen mit Landrover sind bereits seit einigen Tagen mit der Beschaffung diverser Visa beschäftigt. Doch dieses Kapitel beginnt für uns dann erfreulicherweise dann erst am darauf folgenden Tag.

Morpheus Pause

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Eine Antwort zu “Von Amritsar nach Islamabad

  1. Tobias Juni 14, 2012 um 1:16 am

    Der Höhepunkt meiner schlaflosen Nacht 🙂

    Grüße