MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

23.08.2012, Frankenreuth, Deutschland – Aufgeschlagen

Gut, wir gestehen: haben bereits vor rund 4 1/2 Wochen an unser Mutter Busen, der guten, alten Deutschland angedockt. Um ab sofort jedoch weiteren Unklarheiten, -stimmigkeiten und totaler Verwirrung vorzubeugen, schieben wir den Vorhang zum schemenhaften Hier und Jetzt etwas beiseite und bestätigen also, ganz offiziell: Die Besatzung des Erkundungsgleiters Morpheus ist vollzählig, gesund und positiv gestimmt, mitsamt intakter Erstbereifung! und unter Freudentränen wie geplant Ende Juli im heimatlichen Hafen eingelaufen.

Zwar machte uns kurz vor Eintritt in die bayerische Atmosphäre noch eine bedrohlich wirkende, dicke, schwarze Wolke ihre Aufwartung, was wir anfänglich als eine Weisung des Schicksals deuteten erneut darüber nach zu denken beizudrehen…entschieden uns letztendlich aber doch dafür die Wand aus peitschendem Regen zu durchbrechen und die letzten Kilometer in den Kreis und die Arme unserer Familien in Angriff zu nehmen, wofür wir den Rest des Tages und das gesamte Begrüßungsfest über mit glücklichen Gesichtern, strahlend blauem Himmel und Sonnenschein belohnt wurden.

Seither mussten wir feststellen, dass die Uhren hierzulande auf unerklärliche Weise wieder etwas schneller ticken – die Zeit, gleich den sportlichen Flitzern auf den Straßen rasant am Einzelnen vorüber zieht. Natürlich trägt die Ankunft eines ganz besonderen, neuen Erdenbürgers und die dafür vorgenommen Veränderungen genauso zu diesem, unseren individuellen Empfinden bei, wie das Abstreifen des sich angesammelten Staubs und Inventars in allen Ecken und Winkeln unseres Zuhauses nach fast dreijähriger Reisedauer. Es gab und gibt noch jede Menge zu tun und….hups, die Zeit läuft schon wieder, denn bereits morgen ist Niederkunftstermin! (An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die tatsächlich derzeit einzige Hebamme für Hausgeburten der Oberpfalz (Begründung liegt nicht bei gesunkener Nachfrage, ganz im Gegenteil, sondern bei extrem gestiegenen Versicherungssummen) sich unserer kleinen Familie angenommen hat und wir ihr dafür von ganzem Herzen dankbar sind!)

Nichts desto trotz erlauben es uns besondere Umstände, wie die Fürsorge und Unterstützung geliebter Menschen und nach wie vor eine entsprechende Einstellung, jetzt Zeit allein zum Ankommen und Vorbereiten haben zu dürfen und für den Moment in unserer kleinen „Blase“ weiter zu existieren. Vom harten „Aufprall“, von dem andere Reisende zu berichten wissen, bleiben wir also erfreulicherweise, außer vielleicht in diversen Gesprächen, die uns umkreisen, vorerst verschont. Noch berühren wir die … „materielle Welt“ nur, dürfen sie erneut aus der Distanz heraus betrachten, bemessen; noch bleiben wir unverschlungen und ein erneutes Aufflackern von Fernweh bleibt auch deshalb unter der Oberfläche verborgen.
Klar, einiger Reisegewohnheiten, -gegebenheiten erinnert man sich wehmütig…doch unterwegs in herrlichen Gärten, in denen man die frischesten und gesündesten Lebensmittel nur von Ästen und Zweigen, vom Boden zu pflücken braucht, in wohl wollender Gesellschaft, umgeben von Vertrautem,…fühlt man sich zuallererst mal sicher und geborgen.

Und während wir damit beschäftigt sind alles vor- und nachzubereiten, lebt Gaia seither im „Oma – Opa – Tante – Onkel – Paradies“! Es dauerte, anders als befürchtet keine Tage, oder gar Wochen, um ihr Herz zu erobern und sie aus dem Orbit des großen Wasserblauen heraus zu locken – nein, sie schien eher absolut reif dafür auch anderen Menschen Vertrauen und Zuneigung zu schenken und sich deren voller Aufmerksamkeit zu versichern. Sie befindet sich nun auf ihrer eigenen, spannenden Entdeckungsreise durch deutsche Gärten, Küchen, Kinderzimmer,…lernt schon wieder eine neue Sprache: das Bayerische, zu verstehen, hält vor allem Omas und Opas in Atem. Ihr Hauptinteresse gehört trotz der Begegnung mit dem „materiellen Überfluss“ hauptsächlich den vielen Menschen, die allesamt ihre Sprache sprechen! (und erst danach dem Trampolin von Nachbarin Elke 😉

Als denn, noch sollen diese Worte für den werten Leser nicht bedeuten Abschied von unserer Reise durch Asien nehmen zu müssen; noch befinden wir uns im „virtuellen Leben“ ja erst in Kirgistan, 7000 Kilometer von der Heimat entfernt. Weitere spannende Geschichten sind bereits vom Leben geschrieben und von der Kamera eingefangen worden und erwarten euch in den kommenden Wochen…

Bleibt nur: „Viel Spaß weiterhin beim Schmökern!“ zu wünschen.

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2 Antworten zu “23.08.2012, Frankenreuth, Deutschland – Aufgeschlagen

  1. Mike Niessen September 1, 2012 um 2:27 am

    SUUUUUUUUUUUUUPER! Wir haben Euch ganz doll lieb! Alles Gute und hoffentlich auf bald.

    Thicha, Bob, Ray & Mike

  2. Kerstin September 6, 2012 um 12:24 pm

    Willkommen Loan! Herzlichen Glückwunsch!
    Kerstin

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