MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Kategorie-Archiv: 2010/09 Mongolei II

ZugVogelfest 2019

Zugvogelfest 2018-1 (1)

5. ZugVogelFest vom 26.08. – 06.09.2019

auch dieses Jahr am Badeweiher in Tröbes bei Moosbach/Opf.

Liebe Zugvögelinnen, Zugvögeler und Zugvögelküken!

Kaum sind die sonnenhungrigen, bewegungsfreudigen, kulturbewanderten Winterwanderer heimgekehrt, stehen auch schon die ersten Terminplanungen ins Nest!

Wir, diesjährig auf dem Boden der Tatsachen haften Gebliebenen, dennoch überlebenden Frühlingsanbeter, haben uns in freudiger Erwartung der Sommerferien erlaubt das Datum für unsere bevorstehende Zusammenkunft schon einmal festzusetzen und den gewohnten Sammelplatz frühzeitig zu reservieren!

Bis hierhin also alles wie gehabt, darüber hinaus möchten wir das Ganze jedoch etwas kreativer, dynamischer und partizipativer gestalten, alle bisherigen und zukünftigen Gäste also in die Gestaltung und Ausführung des Rahmenprogramms miteinbeziehen!

Was bisher relativ spontan, mit viel Unterstützung unserer Freunde und per se immer auf den letzten Drücker gut hingehauen hat, soll nun noch ein bisschen mehr als gemeinschaftliche Plattform zum gegenseitigen Austausch, Informieren und Inspirieren zum Thema Reisen und Alternatives Leben mit und oder ohne Haustiere und Kinder verstanden und genutzt werden. Damit man aber in relativ kurzer Zeit tatsächlich zusammenkommt, zusammenrückt und einander besser kennenlernt, braucht es interessante Angebote und Aktionen, die nicht nur wir, sondern auch ihr in die bunte Körnermischung schmeißen sollt.

 

Im Klartext:

  • Ihr möchtet einen Dia-, Multimedia-, Film-Vortrag präsentieren, oder kennt Referenten, deren Material thematisch zu uns passt, dann schreibt eine Email an: post@morpheusreisen.de und teilt uns dies mit!
  • Ihr würdet gerne mit oder ohne Band auftreten, oder kennt Musiker, die mit ihrem Repertoire unbedingt ans allabendliche Lagerfeuer gehören, oder doch lieber nachmittags auf die Blumenwiese, dann meldet euch unter: post@morpheusreisen.de!
  • Ihr hättet Lust den Kindern einen Bastel-, Zirkus-, Tanz-, Trommel-, Recycling-, Adventureworkshop, oder ähnliches anzubieten, dann sendet uns eine Mail an: post@morpheusreisen.de!
  • Ihr könnt euch vorstellen ein Angebot für Erwachsene zu machen, z.B. Yogastunde, Strickkurs, Reifenwechselrunde, Einführung in Navigation, usw., dann nichts wie ran an die Tasten und uns so schnell als bald kontakten, damit wir mit der groben Planung beginnen können! post@morpheusreisen.de 

 

Darüber hinaus freuen wir uns natürlich wie immer über neue Ideen, zahlreiche helfende Hände, Kuchenspenden, und Sonnenschein! Danke im Voraus!

PS.: Wir suchen dringend ein großes Tarp, sprich Nomadenzelt, falls irgendwer so etwas daheim herumliegen hat und verleihen würde wären wir seelig!

 

Mit freundlichen Grüßen und bis bald

Diana und Wolfgang

 

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Aktuelles !

23.08.2012, Frankenreuth, Deutschland – Aufgeschlagen

 

Gut, wir gestehen: haben bereits vor rund 4 1/2 Wochen an unser Mutter Busen, der guten, alten Deutschland angedockt. Um ab sofort jedoch weiteren Unklarheiten, -stimmigkeiten und totaler Verwirrung vorzubeugen, schieben wir den Vorhang zum schemenhaften Hier und Jetzt etwas beiseite und bestätigen also, ganz offiziell: Die Besatzung des Erkundungsgleiters Morpheus ist vollzählig, gesund und positiv gestimmt, mitsamt intakter Erstbereifung! und unter Freudentränen wie ……

mehr…

 

Koh Chang – „Für Immer und Ewig!“

Endlich! Nach langem Suchen haben wir unseren Platz zum Bleiben jetzt doch noch gefunden!

 

Vor der Schnauze unseres Lasters erstreckt sich im Schatten des Ozeans eine versteckte Lagune, über der ein Seeadlerpärchen gerade seine Kreise zieht. Das Wasser glitzert petroleumblau im Licht der Nachmittagssonne und aus dem undurchdringlichen Dickicht hinter uns dringen bereits die Abendschreie einiger Gibbons. Über Stock und Stein haben wir den wackeligen Weg hierher bezwungen, an dessen Ende eine kleine, verlassene Bambushütte darauf wartete von uns gekapert zu werden. Nun sind die Räume erobert, die Familienflagge flattert in der salzigen Brise am Strohdach und der menschenleere, weiße Sandstrand wurde zum „Kinderzimmer“ erklärt…

 

Ja, auch nicht schlecht, hört sich aber eher nach Zukunftsmusik an…

 

Noch fahren wir selbstverständlich auf der „Straße des Lebens“ weiter und die Überschrift bezieht sich eigentlich (nein, tatsächlich) auf dieses Ereignis:

 

Gestatten, mein „Held der Woche“ – „King“, von Beruf  Tätowierer auf der Insel Koh Chang. In 5 (fast) schmerzlosen Stunden nadelte er ein von mir entworfenes Design für „immer und ewig“ unter meine Haut. Fühlt sich gut an!

 

Der Baum des Lebens

Mr "KING"

 

Interesse an einem individuellen Tattoo-Design? Einfach `ne Mail schreiben!

 

 

Zu Gast

Nur noch zwei Tage verbleiben uns am darauffolgenden Tag in diesem unvergleichlichen Land und auf unserer Wunschliste ist ein wichtiger Punkt offen geblieben: der Besuch einer Jurte.

Was wäre ein Besuch der Mongolei ohne ein Nomadenwohnzelt von innen gesehen zu haben?!

Irgendwo hinter Erdene treffen wir wieder auf die Hauptpiste Richtung Erenhot. Noch ist die Strecke ungeteert, aber die neue Straße, an der hier schon eifrig gebaut wird, könnte wohl in nicht allzu ferner Zukunft fertig gestellt sein. Ob eine Fahrt durch dieses Land wohl dann noch den selben Zauber hat?

Und endlich ist es soweit. Nachdem der erste Versuch uns selbst einzuladen wahrscheinlich wegen der Abwesenheit des Hausherrn gescheitert ist, taucht im Abendlicht eine kleine Jurtenansiedlung auf.


Und schon sitzen wir mittendrin.

Pingelig hatte ich darauf geachtet beim Eintreten ja nicht auf die Schwelle zu treten, da das für die Familie Unglück bedeutet. Geschafft! Und dann? Wie war das gleich….links oder rechts herum gehen? Man sollte am besten gar nicht so viele Reiseführer mit „nützlichen“ Tips lesen, weil am Ende eh alles viel einfacher ist, als beschrieben. Selbst in der Mongolei weiss man, dass die Welt „da draußen“ eine andere ist und anderswo andere Sitten herrschen, was natürlich nicht bedeutet, wir würden uns nicht bemühen, ihre zu achten. Schon sitzen wir also auf einem Bett in der linken! Hälfte der Jurte gegenüber der ganzen Familie von Baby bis Oma und schlürfen selbst gemachten Joghurt. Der Herr des Hauses hockt dazwischen mit Blick auf die Eingangstüre und leitet gewissermaßen die Kommunikation.

Und wie funktioniert das jetzt so ganz ohne gemeinsame Sprache? Ebenfalls leichter, als angenommen!

Gaia braucht ein paar Minuten bis sie auftaut. Nach den sonnengetrockneten Keksen aus Kamelmilch ist das Eis dann aber gebrochen und sie meint, sie wäre im „Tunnel“, was bei ihr bedeutet, sie fühlt sich pudelwohl!


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In ungezwungener Atmosphäre verbringen wir bei unserer mongolischen „Gastfamilie“ einen Abend voller Herzlichkeit und Offenheit und es wird uns ein tiefer Blick in die Sitten und Gebräuche einer der wohl letzten Nomaden dieser Erde gewährt.

Diese Begegnung zählt zu den schönsten und eindrücklichsten Erlebnissen der bisherigen Reise und eine detailiertere Erzählung folgt im geplanten Buch.


Die Wüste Gobi

Die kommenden ca. 230 Kilometer lassen wir aufgrund der guten Straßenverhältnisse schnell hinter uns. Es wird zunehmend kälter und ich frage mich wann denn jetzt endlich die Wüste beginnt. Als es dann schließlich auch noch zu schneien beginnt, bin ich leicht überfordert, weil „Gobi“ und Schneefall nicht ganz meiner Vorstellung entspricht. Machen sich so etwa die Auswirkungen des Klimawandels bemerkbar? Doch bereits als wir gegen Abend einen Übernachtungsplatz auserkoren haben, können wir die dicken Jacken wieder weglegen. Die Stimmung wird nur dadurch gedämpft, dass Matthias in dieser Nacht von einem Angetrunkenen in einem Pkw seitlich gerammt wird. Zum Glück kommt niemand gesundheitlich zu Schaden; am nächsten Morgen müssen die Männer also erst ein paar Schönheitskorrekturen an „baby 3“ vornehmen, bevor`s weitergeht. An Werkzeug fehlt es eigentlich nie – mit dem Equipment der momentanen Gruppe könnten wir wohl eine Werkstatt auf 12 Rädern eröffnen.

Fotografierunterricht

Jeder hat beim Schrauben so seine Aufgabe

Bei Sainshand verlassen wir die Hauptroute und schlagen den Weg in westliche Richtung zum Kloster „Khamryn Khiid“ ein. Fortan legen wir die Navigation voll und ganz in die Hände von Thomas und Sabine, und die folgen den Anweisungen ihres GPS. Die Piste wird zunehmend schlechter und die Landschaft immer eindrucksvoller. Zwar erscheint mir die Wüste nach wie vor grüner als gedacht, es wachsen Lauch, Kräuter, Kakteen und kleine Sträucher voller Blüten, die halbverweesten Kadaver und Skelette am Wegesrand jedoch sind Zeugen des Überlebenskampfes inmitten dieses riesigen Sandmeeres.

eine Sukkulele, ein Wasserspeicher der Wüste

Wer einmal Piste gefahren ist, wird süchtig!

Bevor wir am 23.9. unser Ziel erreichen, winkt auch schon die erste Panne des Tages. Eine von Matthias vorderen Spiralfedern bricht im unteren Bereich. Nachdem Begutachten kann es aber gleich weiter gehen, weil sich durch Stelle des Bruchs eine Reparatur vorerst erübrigt.`

Pünktlich zum Mittagessen erreichen wir eine kleine beschauliche Klosteranlage, die laut Auskunft eines indischen Straßenbauers, eine der „wenigen“ Attraktionen des Landes sein soll. Zum gesamten Komplex gehören noch weitere Pilgerstätten. Gleich bei Ankunft erwarten uns zwei mächtige, über und über mit Milch und Reiskörnern besprenkelte, symbolische „Brüste“. Die dreimalige Umrundung ist den Frauen vorbehalten und soll entsprechende Wirkung zeigen. Etwas peinlich für Thomas, der unter den zweifelnden Blicken einiger Mongolen seine Runden dreht und wie alle anderen auch die jeweiligen „Opfergaben“ darbringt. Erst im Nachhinein erfahren wir nämlich den tieferen Sinn des leicht säuerlich riechenden Objekts.

In einer Linie angeordnet wurden zahlreiche schneeweiße Stupas in die rostrote Landschaft gestellt, die das Kloster und den Glockenturm miteinander verbinden.

Noch ehe wir den Weg dorthin bewältigt haben, und gerade als ich zu Wolfgang sage, „Der Matthias immer mit seiner Kiste….“, krachts und es gibt kein Vorwärtskommen mehr. Der zweite Federbruch des Tages.

Ja, jetzt fordern 3000 Kilometer Holperpiste ihren Tribut! Fast muss man sich wundern, dass das 40 jährige Material die Strapazen der letzten Wochen so gut überstanden hatte. Den ganzen Nachmittag brauchen Wolfgang, Thomas und Matthias für den Ausbau des linken hinteren Federpackets. Die oberste Feder war im vorderen Bereich gebrochen, wodurch sich die komplette Achse nach hinten verschoben hatte, bis der Reifen schließlich an der Staubox zum stoppen kam. Eine Fahr- geschwindigkeit von 20 km/h verhinderte Schlimmeres. Glüchlicherweise wird beim Klosterkomplex gerade ein neues Gebäude gebaut und man hat einen Schweißapparat vor Ort. Die Arbeiter, die ihre kleinen Jurten direkt an ihrem Arbeitsplatz aufgestellt haben, zeigen sich sehr hilfsbereit. Noch in derselben Nacht zerlegen sie mit Wolfgang zuerst das Packet und schweißen dann die kaputte Augennaht. Am nächsten Morgen kann die Blattfeder (zur sicherheit um 180 Grad gedreht) wieder eingesetzt werden.

Ab und an fährt ein Einheimischer vorbei und lässt es sich nicht nehmen mit anzupacken. Eigentlich fährt kein Auto vorbei, ohne Anzuhalten und nach dem Rechten zu fragen!

Nach dem gemeinsamen Mittagessen bei Sabine, die uns freundlicherweise derweil bei sich aufgenommen hat (Morpheus steht in unheimlicher Schräglage) können wir die Reise fortsetzten. Ein angeblicher „Energieplatz“, der von Stupas umrahmt ist und der von einem „Owoo“ gekrönt wird, kommt uns gar nicht so energiegeladen vor. Uns.

Ein sympatischer, kleiner Mönch mit Schnapsfahne stimmt gerade gemeinsam mit einer Reisegruppe eine mongolische Weise an und gegen ein paar Tugrik extra kann man sich persönlich segnen lassen.

Die Felsenhöhlen in nicht allzu weiter Entfernung lassen einem da schon eher einen Schauer über den Rücken laufen. Einst ließen sich betende Mönche hier einmauern, um die Erleuchtung zu finden. Auf der Spitze dieses Berges haben Gaia, Matthias und Wolfgang denn dann auch eine „magische“ Begegnung. Eine Schlange wagt sich aus ihrer Behausung und gönnt sich für einen kurzen Moment ein Bad im Sonnenschein. Wie gut dass ich gerade die Aussicht genieße und nichts davon mitbekomme.

Bei den Fahrzeugen erwartet uns ein nettes, interessiertes Paar aus U.B., dass den mittlerweile ebenfalls eingetroffenen Mönch von vorher, nach einer Haus- besichtigung darum bittet uns für die Reise zu segnen. Wenn das kein positives Zeichen ist…