MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Kategorie-Archiv: 2011/03 Thailand II

Abspann Thailand

Lang, lang waren wir nun hier, in dem Land, das von oben betrachtet wie der Kopf eines Elefanten aussieht, haben Kräfte geschöpft für Neues und uns Erlebtes durch den Kopf gehen lassen. Um ganz genau zu sein hatten wir knappe fünf Monate Zeit um anzukommen, uns einzuleben, wieder auf die Füße zu kommen, uns auszutauschen. Wir wissen nicht, ob allein die Dauer des Aufenthalts es einem einfacher macht den Kern der Dinge in einem fremden Kulturkreis besser zu verstehen, die Zeit reichte jedoch aus, um den ganz speziellen „way of life“ der Thailänder schätzen zu lernen.

Wo sonst  gehört das Antlitz des Königs Bhumibol, der seit über sechzig Jahren das Land regiert ebenso selbstverständlich zum Straßenbild, wie in orangefarbene Tücher gewickelte, mit Tätowierungen geschmückte Mönche, oder Röcke tragende Männer?

Wo sonst schwängert der betörende Duft von Räucherstäben die Luft, bevölkern etliche Garküchen, Schnellimbisse, Obststände und motorisierte Eisdielen Straßen und Wege, um jederzeit, Jedermann den rechten Happen anbieten zu können?

Wo sonst zählt ein „stinkendes“ Obst, die Durian zu den Königsfrüchten, deren Genuss dem Einen einen Schauer über den Rücken und dem Anderen größte Wonne beschert?

Wo sonst schreibt man das Jahr 2554, nach buddhistischer Zeitrechnung, hängen 94% der Einwohner dieser Glaubensrichtung an, ohne dabei ihre „alten“ Geister zu vergessen, denen sie eigene Häuschen aufstellen?

Wo sonst musste die Natur in nur wenigen Jahrzehnten dem menschlichen Streben nach Wohlstand, Technik, Industrialisierung und Bequemlichkeit so viel Platz machen?

Wo sonst finden auch noch vier Mann mit kleinen Kindern auf einem Moped genügend Platz?

Wo sonst wirst du als Ausländer nicht nur erkannt, sondern auch enttarnt und als eben solcher, also als „Ausländer“ bezeichnet?

Wo sonst sind dem „Eingeborenen“ seine Gummi-Flip-Flops an den Füßen das, was dem Bayern einmal die Lederhose war?

Wo sonst hat man auch nach einer relativ langen Zeit noch immer das Gefühl, man wisse eigentlich gar nichts. Auf den Lippen tragen die Menschen stets ein Lächeln und Kommunikation findet auf einem eher oberflächlichen Niveau statt.

Eins scheint klar, das „Paradies“, das man einst hier fand, hat den touristischen Andrang, die damit verbundenen Entwicklungen und die menschlichen Makel unserer Zeit nicht überlebt.

Unser aller Hunger nach noch mehr, hat das Wasser, den Boden und die Wurzeln vergiftet.

Der Müll, den man „draußen“ dem Meer einverleibt, zieht sich später gleich einer Riesenschlange die Küste entlang und sollte jeden tagtäglich an den eigenen Konsumwahnsinn erinnern.

Die übelriechenden Ausscheidungen zigtausender Shrimpfarmen verteilen sich über das ganze Land und legen sich wie ein dunkler Schatten über so manchen, einstmals traumhaften Sandstrand. Schneeweiße Korallenteilchen, die stummen Zeugen des Sterbens der Riffe, bedecken millionenfach die Strände der einstigen Taucherparadiese.

Elefanten, Affen und Vögel an Leinen, in Ketten und Käfigen, fristen ein Dasein  als Touristenattraktion, als Arbeitssklave, oder zwitschern in der prallen Sonne wunderbar um ihr Leben. Beispiele für den Verfall gibt es mannigfach…

Und doch kann man hier in diesem Land, bei diesen Menschen ankommen.

Wir haben uns sicher gefühlt, nicht bedrängt, haben die zurückhaltende, freundliche Art der Thailänder genossen, haben uns wohl gefühlt bei diesen Menschen, deren Alltag sich vor den Häusern, auf den Straßen, in den Lokalen, am Strand und auf den Arbeitsplätzen abspielt.

Im Vergleich mit anderen Nationen bieten Flora und Fauna von Ost nach Süd noch immer positive Überraschungen. Regenwald, Wasserfälle, Inselparadiese, exotische Blumen und Tiere, ein Teil der alten Welt hat es geschafft weiter zu existieren.

Beim Blick auf den Horizont, auf das glitzernde Wasser, beim Leben mit Ebbe und Flut und dem Stand der Sonne, wird uns einmal mehr bewusst, dass der moderne Mensch, der homo sapiens, nicht dem Planeten schadet, der schüttelt sich einmal und unser Dasein dauerte nicht länger als eine Millisekunde, gemessen an der Unendlichkeit.

Uns zuliebe sollten wir darüber nachdenken, wie wir in Zukunft leben wollen!

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Achtung, Achtung!

Nein, wir sind nicht per Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit gereist und fahren ab jetzt die gleiche Strecke noch einmal.

Wir stellen die Berichte über den ersten Teil der Reise, die bis heute über blog.de nachzulesen waren, ebenfalls hier „auf der straße des lebens“  ein – der Übersicht halber.

Natürlich wollen wir euch nicht davon abhalten die folgenden Texte und Fotos über den Beginn dieser Reise durch Südosteuropa, die Türkei, den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan, Russland und den ersten Teil Mongolei noch ein weiteres Mal zu begutachten.

Viel Spaß!

Koh Lanta

Unser nächstes Ziel ist die Insel Koh Lanta, die auf ungefähr halber Strecke Richtung Malaysia, nur einige Kilometer entfernt vom Festland liegt. Die charakteristischen Kalksteinfelsen in diesem Gebiet bleiben uns für einige Zeit erhalten, die Landstraße führt durch muslimische Dörfer, vorbei an Kautschuk-, Palmöl- und Ananasplantagen und entlang der Küste wird die Vegetation vorwiegend von Mangroven beherrscht.

Ein letztes Mal genießen wir von unserem Rastplatz aus den Ausblick auf die einzigartige Landschaft,

und dürfen den einheimischen Kokosnussbauern und ihren dressierten Affen bei der Ernte zusehen,

bevor es heißt: Ab auf die Insel!

Noch einmal verabreden wir uns mit Meggi und Hias, den Überraschungsgästen von „daham“ und freuen uns über ihre großzügige Einladung zu Kost und Logie ins „Bootshaus“.

Vier Tage lang lauschen wir dem Rauschen des Meeres, kommen ins Schwärmen über herzzerreißende Sonnenuntergänge mit freier Sicht auf den Horizont, beobachten die Fischer beim mühevollen Einholen ihrer Netzte im brusttiefen Wasser und lassen das entspannte Flair des zweigeteilten Eilands auf uns wirken.

Phagn Nga

Anfang Mai ist es schließlich wieder soweit. Wir brechen die Zelte ab und machen uns auf die Straße südwärts, Richtung Malaysia. Ganz offiziell hat die Regenzeit nun begonnen, täglich steigt die Luftfeuchtigkeit und es ist kaum mehr möglich, die ganze Wäsche, die über Nacht feucht wird, tagsüber trocken zu bekommen. Der Stellplatz am Meer hat seine Vor- und Nachteile. Auf der einen Seite weht uns meist eine leichte Brise um die Ohren und verheißt ein wenig Abfrischung (im Wasser ist das bei ca. 30 Grad schon fast nicht mehr möglich). Auf der anderen Seite bedeutet es jedoch auch, dass extrem viel Feuchtigkeit in der Luft ist. Frisches Obst und Gemüse bleibt nicht mehr länger haltbar als zwei Tage und ständig bilden sich neue Schimmelkulturen, vor allem auf Holz und Ledersachen. Wir sind fast ununterbrochen mit „Hausarbeit“ beschäftigt und langsam aber sicher haben wir wieder Lust „unterwegs“ zu sein.

Der tägliche Regen bringt Vor- und Nachteile. Über die Brauchwasserzufuhr müssen wir uns zumindest keine Gedanken machen.

Die Wäsche trocknet am besten dort, wo es am heißesten wird.

Einige Tage dürfen wir in Mathias Haus ganz in der Nähe, den Luxus von Geräumigkeit, ausgiebigen Süßwasserduschen und Ventilation genießen-  gemeinsam mit den anderen kommt eine angenehme WG-Stimmung auf, wir basteln an einigen Veränderungen für die Webseite, und verabschieden uns somit von unserer Urlaubspause in Thailand.

Umgeben von Reptilien

 

Noch nicht weit gekommen, treffen wir auf Meggi und Hias aus Waidhaus, die gerade auf Ferientour rund um Phuket sind und uns einen Überraschungsbesuch abstatten.

„Rock`n`Roll“

Den ersten Zwischenstopp legen wir nur ein paar Kilometer entfernt, im Nationalpark Ao Phagn Nga ein. Den landschaftlichen Reiz der Provinz, bilden hier die dicht bewachsenen Kalksteininseln in allen Variationen, zu deren Füßen unterschiedliche Arten von Mangrovenbäumen ihre überirdischen Wurzeln in das flache Salzwasser der Bucht schieben.

Auf einer Tour mit dem Langboot kann man die Gegend am besten erkunden.

Kalksteininseln

Der „weltberühmte“ James Bond Felsen, der als Drehort für „Der Mann mit dem goldenen Colt“ diente, wirkt im Schatten seiner großen Brüder eher unscheinbar und wir schmunzeln ein bisschen über die Touristenschlange, die sich über die wenigen Quadratmeter Erde schiebt.

Höhlenmalereien aus vorchristlicher Zeit

Eine muslimische Stadt auf Pfählen

Schwimmendes Fußballfeld

Gibbonbaby zum Anfassen-bin hin und her gerissen, auf der einen Seite finde ich es fragwürdig, wenn Menschen solche Tiere halten und versuchen aus ihnen Profit zu schlagen, auf der anderen Seite meldet sich der Mutterinstinkt und ich will das kleine Äffchen, das kaum mehr wiegt als eine Feder, einfach mal in den Arm nehmen..

Elefantentreffen

Der Grund für das Wiedersehen mit Thomas, Sabine und Mathias war eigentlich nicht das diesjährige Osterfest gewesen. Und um ganz ehrlich zu sein, hätten wir bei der fehlenden, einschlägigen Schaufensterauslage, wie Schokoosterhasen und bunt bemalten Eiern die Feiertage auch glatt vergessen. Wie es der Zufall so will, trifft sich unsere illust`re, kleine Gesellschaft aber um besagtes Wochenende herum, irgendwer wirft einen Blick in seinen deutschen Kalender und nach gemachter Feststellung und Bekanntmachung, jubeln die Kinder in uns über die nun bevorstehenden, altbekannten Rituale. Nichts wird ausgelassen. Hühnereier werden provisorisch mit Gouachemalfarben bepinselt, knifflig versteckt und gefunden, um anschließend beim „Eierstoßen“ zu Bruch zu gehen. Gaia erweist sich bei allen Disziplinen als ziemlich geschickt und wäre nicht Sabine die letzte Hürde zum Sieg in erwähntem Spiel gewesen, sie hätte uns auf Anhieb allesamt alt aussehen lassen.

Ein neuer, selbst erdachter „Brauch“ wird erprobt und für gut befunden – die übrig gebliebenen Eierschalen übergeben wir Poseidon und denken uns dabei einen Wunsch für das kommende Jahr.

Madeleine, Mathias Inselfreundin, bereitet für alle eine traditionelle, polnische Eierspeise zu und lehrt uns einen Brauch aus ihrer Heimat, wobei die Frauen den Männern am Ostermontag unter Wassereinsatz ein beherztes „Halleluja“ wünschen.

Auch Besuch darf nicht fehlen. Zur Grillparty kommen Aim, dem Wolfgang gleich mal auf die Kabel schaut, mit Sohn und Tochter und ein Kollege von Mathias aus Khao Lak mit Frau. Da darf auch die „Außensoundanlage“ endlich mal zeigen, was sie zu bieten hat und die dröhnenden Reggaerhythmen locken so manchen Nachtschwärmer auf das grüne Tanzparkett.

Als am Sonntag schließlich die letzten Spuren des vergangenen Abends beseitigt sind, bleibt gerade noch Zeit für den Emaus-Spaziergang, der uns durch den „wilden“ Dschungel zu einem wunderbar, erfrischenden Wasserfall führt.

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Big kiss and thanks to our friend Madeleine, making a little fotoshoot with me for the presentation of my jewelery! Wish you the best for the next months and hope we will meet again in india! Take care…