MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Kategorie-Archiv: 2011/05 Malaysia

Cameron Highlands – Junglewalk No. 1

Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, was die kommenden zwei Wochen auf uns zukommt, machen wir uns bereits einen Tag nach Ankunft frisch und fröhlich auf, zu einer Wanderung durch den Dschungel. Angeblich soll man hier in den Wäldern noch „Orang Asli“, die malaysischen Ureinwohner antreffen können, die ihre Jagdbeute mit dem Blasrohr erlegen…

Gemeinsam mit Mathias, Paula, Thomas und Sabine entscheiden wir uns dafür über den „Junglewalk No. 1“ den „Gunung Brinchang“  (2031m)  zu besteigen.

Was uns auf diesem abenteuerlichen, 6-stündigen Trip durch einen der ältesten Bergregenwälder der Erde so alles widerfahren ist, können Bilder besser erzählen, als Worte…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Cameron Highlands – Die Gemüsekammer Malaysias

Auf den ersten Blick präsentiert sich uns das Königreich Malaysia modern, multikulturell und zurückhaltend. Hier beherrschen wieder vierrädrige Fahrzeuge den Asphalt, der Privatbereich befindet sich hinter Schloss und Riegel, schillernde Inderinnen gehören genauso selbstverständlich zum Straßenbild wie Männer mit langem Bart und Turban, oder pakistanische Tankstellenangestellte und kichernde Jugendliche fotografieren sich „heimlich“ vor dem Truck, um sich anschließend schnurstracks wieder aus dem Staub zu machen.

Nachdem wir uns auf der Insel Penang, an einer der wichtigsten Seehandelswege, der Straße von Malakka gelegen, wo seit jeher Piraten ihr Unwesen treiben, mit den neuen Gepflogenheiten vertraut gemacht haben, treiben uns nicht nur die schweißtreibenden Temperaturen nahe des Äquators ins Hochgebirge, sondern auch ein Wiedersehen mit Lorenz und Gisela, den Schweizern, die im Sauber unterwegs sind und das Dschungelfieber.

Am 23.05. brechen wir gemeinsam mit Mathias auf und fahren in einem Rutsch über die Stadt Ipoh bis hinauf nach Tanah Rata, das auf stolzen 1500 Metern Höhe liegt.

Die Ansichten entlang der Serpentinenstraße bereiten uns einerseits Freude wegen des Aufgebots an Kurzhaubern (Ersatzteile), doch andererseits stellt sich eine gewisse Beklemmung ein, wenn man das Meer aus Plastikgewächshäusern betrachtet, in denen Blumen und verschiedenste Gemüsesorten dank Kunstlicht selbst Nachts kein Auge zu bekommen, um ein schnelles Wachstum zu gewährleisten.

Das gleiche Gefühl hat man auch beim Passieren der kleinen Ortschaften, in denen die zugehörigen, offensichtlich fremdländischen „Arbeitskräfte“ untergebracht sind. Die Flüsse sind schlammig und zugemüllt, ein Betonklotz reiht sich an den nächsten und die Luft ist angefüllt von Dieselgeruch.

Erst ab Tanah Rata lichtet sich die Sicht auf die umliegenden, mit uralten Wäldern überwucherten Berge und das Städtchen selbst weist einen kitschigen, aber einladenden Kurortcharakter auf. Irgendwo wollen ja schließlich auch die Massen an erholungsbedürftigen Großstädtern untergebracht werden.

Auf dem öffentlichen Parkplatz werden wir bei Einbruch der Dunkelheit bereits erwartet…

Auf dem Parkplatz von Tanah Rata

Georgetown-Erste Eindrücke

Tja, genauso wie du dich jetzt nach dieser Bilderflut fühlst, fühlen auch wir uns jedes Mal, wenn wir wieder Neuland berollen. Jede Menge Eindrücke wollen verarbeitet und eingeordnet werden.
Ab dann beginnen die „Recherchen“. Bis man sich umgeschaut, durchgefragt, eingelesen und eben auch eingestimmt hat, vergeht jede Menge Zeit !)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Grenze Thailand-Malaysia

Überland passieren wir am 19.Mai die westlichste Grenze zwischen Thailand und Malaysia
bei Satun.Dies soll der bisher kürzeste Grenzübertritt werden. Nachdem man uns noch auf
thailändischer Seite eine Fahrzeugversicherung für Lkw und Motorrad wegen des zu hohen
Alters verweigert hatte, fahren wir auf der offensichtlich selten genutzten Fahrspur für
„Alles, was größer als ein Pkw ist“, beim Zoll vor. Wegen dort plazierter Obst- und
Souvenirstände gestaltet sich die Passage als etwas tückisch. Aufgrund vorhandener
Indienfahrerfahrung, muß aber nur die Speiche eines Sonnenschirms dran glauben.
Für die Lässigkeit, der thailändischen Grenzbeamten, deren Äußeres stark an die Sorte
„Amerikanischer Cop aus dem Fernsehen“ erinnert, reicht der Begriff Coolness schon fast
nicht mehr aus. Einer läßt sich zwar leicht interessiert von Mathias in Thai-Englisch
unsere Reisegeschichte erzählen und überreicht uns als Zeichen seiner Anerkennung zwei
Flaschen Mineralwasser, alle anderen jedoch haben sichtlich Mühe ihre eingenommenen
Sitzpositionen zu verändern und widmen sich lieber einer kleinen Zwischenmahlzeit, als
dem Inhalt unserer „Wohnhäuser“. Ganze zehn Minuten dauert die Ausreise.
50 Meter weiter steht ein weiteres kleines Gebäude, in dem die malayische Delegation
untergebracht ist. Das Ausstellen(!) der Visa wird in aller Kürze von einer Dame mit
schwarzem Kopftuch hinter einer verdunkelten Scheibe erledigt und 5 Minuten später
steigen wir wieder an Bord, um in die schmale „Zollschleuse“ einzulaufen. Das
verschmitzte Lächeln des ersten Beamten dort läßt mich bereits vermuten, daß es hier
u.U. nicht ganz so einfach ablaufen könnte…
Als ich aussteige, um brav unsere Pässe vorzuzeigen, fragt mich ein stämmiger
Uniformierter, der von einer Gruppe Halbwüchsiger umringt ist nach unserem Carnet de
Passage. Oweia, auch das noch, die Zolldokumente sind vor einigen Wochen abgelaufen und
erst in drei Wochen soll das Anschlußdokument, gemeinsam mit Wolfgangs Eltern hier
eintreffen.
(Bis hierher haben wir dieses Dokument nur für die Fahrt durch den Iran benötigt)
Ich stelle mich also ersteinmal ahnungslos und bin froh als Wolfgang und Mathias mich
ablösen. Nachdem sie klargestellt haben, wie die Dinge stehen und uns auch die
malayische Versicherungsgesellschaft vor Ort keine Police ausstellen will, wird der
„Boss“ telefonisch zu Rate gezogen. Wir haben Glück, denn der „Boss“ meint, wenn wir das
erforderliche Schreiben nicht hätten, wären die Beamten dazu verpflichtet einen Blick in
die Fahrzeuge zu werfen, doch danach dürften wir einreisen. Ok…, wenn`s sonst nichts
ist, herein spaziert! Auch unser Zöllner scheint mit diesem Arrangement zufrieden und
als er sich mit einem uns vertrauten, unverständlichem Gesichtsausdruck einmal kurz
umgesehen hat, öffnet sich das Eisentor und wir sind wieder im Spiel!