MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Sand in Sicht!

Ein eisiger Wind zerrt an meinen Kleidern und schiebt mich über die „Große Düne“, auf der wir Tags zuvor bereits erste Sandfahrerfahrungen sammeln durften. WIR ist gut… weil im Zusammenhang mit FAHREN momentan eigentlich eher Wolfgang gemeint ist, der ebenfalls nicht so ganz davon überzeugt ist, dass wir hier auch ohne Servolenkung über die Runden kommen. Ich kämpfe nach wie vor mit meinem inneren Schweinehund, der unaufhörlich bellt: “ Warum zum Henker sollen wir höchstwahrscheinlich untermotorisiert, aber auf jeden Fall überdimensioniert zu einem Trip durch „den Sand“ aufbrechen?

Erste Sandfahrerfahrungen

 

Aussteigen. bitte!

Hmm? Mit zusammengekniffenen und hinter Sonnengläsern verbarrikadierten Augen betrachte ich die im Sandsturm verschwimmende Umgebung, einige zurück gelassene Spirituosendosen,… Beinahe wie unter Wasser, denke ich gerade, als ein dünnes Stimmchen aus Richtung meiner linken Hand kräht: „Mama, wie ein Taucher!“ *Smile* „…oder zumindest wie auf dem Mond!“ antworte ich meinem zweieinhalb jährigen Sohn, bevor er lauthals juchzend die nächste Düne hinuntersurft.

Wüstennomaden

Sahara 2015

Welcome back to Africa-

-Good bye Europe. Für den Winter. SICHER durch die Nacht trägt uns der eiserne Koloss „Zeus Palace“, weg von der italienischen Küste, hin ins einst so glorreiche Karthago. SICHER! Wobei heutzutage sicher nicht mehr jeder SICHER übers Mittelmeer reist! www.Sea Watch.org

Goog Bye Europe

 

Tunis. Eine Prise Salz in der Luft, Dieselgestank, hektisches Hupen, Orangenbäume, schwer bewaffnete Uniformierte, Zitronenbäume, Souvenirshops und Künstlerateliers, Schwarzer Tee mit Minze und Pinienkernen, der Duft von frischem Gebäck, „Bonsoir Madame!“, weiß getünchte Gassen, azurblaue, kunstvoll geschmiedete Eingangspforten und Fenstervergitterungen, 19:00 Uhr: „Allahu Akbar“ -der Muezzin ruft zum Gebet.

Karthago

 

„Die Welt beginnt gleich hinter`m nächsten Dorf“, schreibt Andreas Altmann in seiner Gebrauchsanleitung für die Welt; wir, da wir im und um`s Dorf herum groß geworden sind, bzw. die vergangenen Monate auf dem Lande gelebt haben, würden sagen die Welt beginnt gleich hinter der nächstgrößeren Stadt und wenn schon nicht dort, dann spätestens im nächsten Bundesland. Was wissen wir schon über die Aussicht aus dem Wohnzimmerfenster von Herrn und Frau M. aus Zörbig in Thüringen, außer dem, was Quote bringt? Über ihre Traditionen und Träume? Welche Blumen blühen im Juni an der Ostsee? Welchen Käfern können die Kinder dort beim Krabbeln zusehen, auf welchen Gräsern lernen sie zu pfeifen? Wie gastfreundlich sind „die Deutschen“ eigentlich und wie hilfsbereit? Findet man gutes Quellwasser hierzulande nur noch teuer im Bioladen, oder auch frisch und für jedermann zugänglich aus dem Schoß von Mutter Natur? Wie „frei“ reist es sich über die Landstraßen der Republik, vorbei am Fichtelgebirge und der Mecklenburger Seenplatte, entlang von Weißer Elster, Elbe und Havel? Was eint uns anno 2014 mit geschätzten 82 Millionen anderen Bundesbürgern? 82 Millionen Lebenswege. 82 Millionen Meinungen. 82 Millionen Ängste, Hoffnungen, Perspektiven. Eine gemeinsame Sprache…sicher, meist. Aber reicht das aus um einander zu verstehen?

Käfer

Eigentlich wollten wir einmal weit weg von dem, was wir als typisch deutsch definierten. Das heimatliche Korsett in all seiner Pracht passte uns irgendwann nicht mehr. Immer schön im Kreis drehen, nur die richtigen Fragen stellen, Klappe auf und Schlucken, Alles im Überfluss und so was von günstig, kein Platz für Müßiggang, für Muße, kreative Entfaltung, ein Leben im Überfluss, aber Tick Tack Tick Tack, „ich muss mal schnell noch…“ -in der Schublade wurde es eng. Also zogen wir aus und los um irgendwo hinter`m Horizont das Glück zu suchen und hatten es im selben Atemzug gefunden, ohne es gleich zu bemerken.

Aus 30.000 Kilometern räumlicher und 1 Jahr zeitlicher Entfernung betrachtet sahen die Dinge dann schon wieder etwas anders aus. Zwischendurch hätten wir uns eine Pause vom Exotsein gewünscht. Welch ein verführerischer Gedanke; Untertauchen in der grauen Masse, als grauer Schatten, mit gewohnten Strukturen verschmelzen, Durchschnaufen. Wir, die wir uns nie so wirklich anpassen wollten, mussten es unterwegs um so mehr tun. Gesellschaftliche Regeln und Gesetze achten, nicht nur um „durch zu kommen“, sondern auch um sich verständigen zu können, um dazu zu lernen, sich auszutauschen, selbst Akzeptanz zu erfahren. Gereist aber auch in der eigenen kleinen „Blase“, als unsere eigene kleine Subkultur. Auf Zeit, immer ein Teil des unmittelbaren Geschehens, weil mittendrin, immer kein Teil davon und parallel gelebt. Dennoch waren wir von hier aus betrachtet klar eins mit all unseren Mitmenschen, die ihr Land, ihr Wasser, ihre Wiesen und Wälder, Strände und Seen, Berge und Täler, Straßen, Städte und Häuser mit uns teilten, die uns ihre Zeit, ihre Neugier und nicht selten ihr Lächeln schenkten. Wie oft die Frage: “Where are you from?“ („From Nowhere!“) Wie oft antworteten wir monoton: „From Germany.“, bis es irgendwann so hohl und unvorstellbar klang, dass wir nach einiger Zeit zu: „From Europe.“ übergingen. Als wir in Südostasien zum ersten Mal wieder auf Franzosen, Tschechen, Schweizer, Italiener trafen, fühlte es sich schließlich richtig und gut an. „Ja, wir sind Europäer!“ „And which country?“ „…“

Genauso wenig, wie sich manch ein Fragender nicht vorstellen konnte, dass gerade wir wirklich Deutsche sein sollten, genauso wenig konnten wir uns mit den Klischees identifizieren, die einem als Deutschen im Ausland angelastet werden. Schon seltsam…und irgendwann beginnt man sich zu fragen was man denn eigentlich so weiß über die Nation, die in dicken goldenen Lettern ganz vorn auf dem Reisepass steht, den man sich nachts unters Kopfkissen gelegt hatte.

Nicht viel – Aber das lässt sich glücklicherweise ändern!

On Fire

Teaser

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Film – Diashow !

Aktuelles!

Oberpfalz, Deutschland, 01.01.2014 – Willkommen zurück zu 2014

So liebe Leut`- hier endlich wieder etwas Aktuelles!

Die vergangenen Wochen und Monate haben uns schwer in Atem gehalten; es geht Schritt für Schritt immer ein bisschen weiter, Ankommen im täglichen Rhythmus mit Waldkindergarten und Arbeit, die Organisation der Vorträge, eine Wohnraumerweiterung und noch immer die Suche nach dem richtigen Platz…oder doch nicht, Alles anders.

Wir sind gespannt in welche Richtung die Kompassnadel 2014 zeigt. Dank der vielen aufmerksamen Besucher und zahlreicher helfender Hände befinden wir uns derzeit noch in einer Art Paralleluniversum zwischen dem Hier und Jetzt und der allzu verlockenden Welt da Draußen und (er)leben Vergangenes immer wieder aufs Neue. Wo die Träume anderer plötzlich Gestalt annehmen, kommen uns die Erlebnisse mittlerweile manchmal selbst wie ein Traum vor und zurück im Inneren der Blase wundert man sich fast über das, was die Bilder belegen.

Bietigheim

Sei`s drum, trotz der kurzen Tage und der Kälte bleiben Glotze und Radio aus, wir ziehen uns in unser Schneckenhaus zurück, gönnen dem alten Morpheus seinen wohlverdienten Winterschlaf und widmen die kostbaren Stunden unseren Kindern und neben der Organisation weiterer Vorträge ab März nun endlich! auch dem Schreiben des Buches.

Winterkinder

Und wer weiß, wohin uns der richtige Wind in ein paar Monaten treibt…Bleibt dran!

Ein paar Eindrücke vom Winter für all jene, die es geschafft haben rechtzeitig die Kurve zu kratzen und die, die noch (bzw. für) immer unterwegs sind!

Winterschlaf 7

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Winterschlaf 2

Winterschlaf 4

Winterschlaf 6In diesem Sinne:

Viel Glück für`s neue Jahr!