MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Schlagwort-Archiv: Bangkok

Stadtoase

Wer hätte das gedacht? Inmitten von Bangkok, wohl mit eine der größten und grauesten Metropolen dieser Welt, pulsiert ein grünes Herz!

Wir stehen nun schon seit einigen Tagen auf dem geteerten Parkplatz vor dem Wochenendmarkt, dem „Chatuchak“, umgeben von heißem Beton, klingelnden Essensverkäufern und muffligen Hunderudeln und haben uns vor einem Werbebanner, auf dem man die geplante „Grüne Shopping Meile“ schon mal im voraus bewundern kann, ausgebreitet.

Hinter dem Banner verrichten überwiegend burmesische Arbeiter (erkennbar an den Gesichtsbemalungen ihrer Kinder, die mit auf der Baustelle leben) tagtäglich in der prallen Sonne Schwerstarbeit, um die animierten Bilder vor unseren Nasenspitzen Wirklichkeit werden zu lassen. Sie sehnen den allabendlichen Schauer, der das Ende ihres Arbeitstages besiegelt wohl genauso sehr herbei wie wir, weil wir das Regenwasser zum Abduschen brauchen.

Mitten in Bangkok

Und bevor wir auch nur annähernd den „Parkplatzkoller“ bekommen, machen wir hinter einem geheimnisvollen Eisentor eine angenehme Entdeckung…

Wolfgang, der gerade mit Gaia die Fahrtüchtigkeit unserer Räder überprüft, biegt, angezogen vom Anblick einer uralten Dampflokomotive von der Straße ab und befindet sich unvermittelt in einer „Grünen Oase“ wieder.

Durch eine riesige Parkanlage schlängeln sich schmale Wege, auf denen der „bewusste“ Stadtmensch radeln, joggen, oder einfach nur flanieren darf. Zurechtgestutzter Kunstrasen und darin eingebettete kleine Seen, die über und über mit Lotusblüten bedeckt sind laden zu einem Picknick, oder einfach nur zum Herumtollen ein.

Leckeres Essen

Ein begeisterter Aufschrei weckt uns aus diesem Tagtraum.

„Spielplatz!“ – und schon gibt’s kein Halten mehr.

Niegelnagelneue Rutschen, Wippen und Schaukeln, gesponsert von einer der Supermarktketten des Landes? werden sofort von der nach Bewegung hungernden Gaia in Beschlag genommen. Na wie gut, dass momentan keine anderen Kinder in Sichtweite sind und sie nirgendwo anstehen muss.

Auf dem Nachbarspielplatz, gesponsert von einem namhaften Reifenhersteller, quält sich soeben eine Gruppe Pfadfinder durch einen Reifenparcour, was wir uns natürlich aus der Nähe ansehen müssen. Ach ja, es gibt auch Zeiten, in denen ich froh bin kein Kind mehr zu sein…obwohl sich ein etwas fülligeres Mädel, das verständlicherweise keine Lust hat durch die „Reifenschleuse“ zu kriechen wenig von der Trillerpfeife des Aufsehers beeindrucken lässt und einfach einen Bogen darum macht. Respekt!

Und als ob das nicht schon genügend Highlights für heute gewesen wären, taucht in der Krone des Baumes neben uns ein schneeweißes Eichhörnchen auf, das uns mit seinen akrobatischen Kunststücken genauso zum Lachen bringt, wie Herr und Frau Vogel, die beide vor unseren Zehenspitzen hin und her wackeln und dabei aufgeregt zwitschern. Gaia weiß genau, was zu tun ist und begrüßt sie mit vor der Brust verschränkten Händen und „Sabai dee kaaaaaaaa!“, was den nächsten Lachanfall auslöst.

Kleiner Vagabund

Wer hätte das gedacht, dass Stadt so viel Spaß machen kann und man dabei obendrein sogar saubere Luft atmen kann?!