MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

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Kirgistan

„Dürfte ich bitte Ihre Stute melken?“

Wie bereits erwähnt erreichen wir das wunderbare Kirgistan von China aus über den Torugart Pass durch Schlamm und Schneegestöber, was die einen zum Erschauern bringt, bei anderen wiederum für wahre Begeisterungsstürme sorgt.

Schneefrau auf dem Torugart Pass

Die Erklärung, wo der „eine“ offiziell offizielle Einreisecheckpoint auf kirgisischer Seite nun genau liegt, müssen wir schuldig bleiben. So ganz exakt können die Antwort auf diese Frage auch weder Reiseführer, Landkarten, das Internet, oder die Behörden geben – es gibt eben Dinge, die bleiben ein Mysterium.

Nach wenigen Kilometern Niemandsland muss unsere Fahrzeugkarawane jedoch bereits  ein paar Minuten vor`m Stacheldraht verweilen, bevor wir nacheinander auf den Vorhof eines einsam in der Landschaft prangenden, grauen Gebäudes gebeten werden. Nur die Fahrer werden daraufhin von grob gesichtigen Militärs hinein begleitet (Oje, was kommt jetzt wieder?) und bekommen recht zügig und ohne die Frage nach einem „kleinen Geschenk“ die erhofften Stempel in die Pässe eingetragen. Mit dem Kommentar: „Guten Tag!“ und meiner Antwort in Gedanken („und Tschüss“) geht die Fahrt durch frisch gefallenen Schnee weiter. Glücklicherweise kümmert sich im Anschluss auch keiner gewissenhaft um unseren Verbleib (normalerweise ist es innerhalb eines bestimmten Radius ums Grenzgebiet nicht gestattet zu campieren, weswegen das Thema an dieser Stelle überhaupt so genau zur Erwähnung kommt) und es fällt schon nach einigen weiteren, feucht fröhlichen Reifenumdrehungen die demokratische Gruppenentscheidung den ersten viertel Tag Neuland auf 3500 Metern bei Schneemann/-frau bauen, blauen Lippen und knatternden Heizungen zu begehen.

Übernachtungsplatz Torugart Pass

Das Rundum-Bergpanorama des darauffolgenden knackig kalten Morgens ist atemberaubend schön und leitet eine Zeit der schweren Entscheidungen im Bezug auf den „besten“ Stellplatz ein. Es ist überall einfach herrlich!

atemberaubende Aussicht

Nur der anhaltende erhöhte Luftdruck hier oben und eine üble Rüttelstrecke machen mir im derzeitigen Schwangerschaftsstadium leicht zu schaffen. Das bedeutet nämlich ständig aufs Klo rennen zu müssen und den Bauch während der Fahrt schön fest zu halten (was eigentlich auch keinen allzu großen Unterschied macht) – mehr als 2 Stunden auf der Piste am Tag sind eigentlich nicht zu bewältigen.

Aber was soll`s, ein bisschen Zeit verbleibt und der nächste sensationelle Flecken Erde, an dem man sowieso nicht einfach vorüber ziehen will, bietet sich andauernd.

Rüttelpiste

Wird man dann auch noch vom Nachbarn Abdul Rashid über der Straße in die Familienjurte zu frischem Joghurt und dampfenden Teigfladen eingeladen – inklusive Eselstransport, fällt die Entscheidung schwer, am nächsten Tag überhaupt aufzubrechen.

mit dem Esel zur Jurte

kirgisische Jurte

Blick aus Jurte

Einladung zum Joghurt essen

Küche, Wohn- und Schlafzimmer

Und dann jagt ein Naturschauspiel, wie wir bereits schon einmal erleben durften, das nächste: Grunzende Yakherden, wagemutige Reitkünstler, Leben in und um Jurten, glänzende Pferdeleiber, sprudelnde Bäche, Hügel und Berge bezogen mit saftig grünen Samtdecken; Abenteuer, Freiheit…und eine Sache, die mir das letzte Mal durch die Lappen gegangen war. Die kommenden Wochen werde ich eine Einladung zum Stuten melken ganz sicher nicht mehr ausschlagen!

Yakhirte

Wildes Kirgistan

Jurtenaufbau

Traumplatz

nur für uns

Durchs Murmeltierland geht’s die ersten Tage gemächlich weiter Richtung Naryn und anschließend in die Hauptstadt, wo wir fast spielend zum einen die kasachischen Visa, zum anderen nähere Informationen zum beabsichtigten russischen Transit erhalten.

Beinahe muss man sich fragen, ob hier im Südosten des Landes eine mittelschwere Murmeltierplage herrscht, bei all den lustig auf und ab hüpfenden biberähnlichen Hinterteilen, die sich rundherum davon, oder zum Schaffen machen. Ihre Warnsinfonien erfüllen die klare Luft und bei dem Anblick bleibt kein Auge trocken.

Nachdem der Besuch Bishkeks, wo wir noch einmal auf fast alle Ex-Konvoijoten auf einem altbekannten Areal gegenüber der kasachischen Botschaft stoßen, erfolgreich verlaufen ist, machen wir uns gemeinsam mit „jusalulu“ und dem Hintergedanken die kommenden beiden Wochen vollends auszukosten, die voraussichtlich auf längere Zeit gleichzeitig die letzten weniger strapaziösen sein werden, ein letztes Mal nach Osten auf.

und immer wieder reparieren

In unseren Vorstellungen sehen wir uns schon plantschend im Yssyk Köl liegen – doch weit gefehlt, das war einmal. Die tropischen Klimate haften uns anscheinend so durchdringend an, dass wir schon vom Hinsehen laufende Nasen bekommen und mein geliebtes Wäsche per Hand waschen zur echten Qual wird 😉 Vielleicht ist die „Badesaison“ ca. einen Monat später im Jahr aber auch schon beendet…

Egal, ein erneuter Besuch lohnt sich schon aus nostalgischen Gründen allemal und ein besserer Aussichtsplatz für anfallende Reparaturen findet sich ebenfalls nicht so leicht…obwohl…

Nachts am Yssyk Köl

Reparaturen an den schönsten Plätzen

Auf dem Weg Richtung Westen, der uns am Ende des zweiten Besuchs von Kirgistan zum Grenzübergang nach Kasachstan führen soll, ist es dann irgendwann tatsächlich soweit: Wolfgang lenkt ein und biegt von der Hauptpiste auf einen Feldweg ab, der uns in Schräglage und über stolze Gefälle geradewegs zu einer großen „Pferdeweide“ (eingezäunt ist hier nichts!) mit Jurte, Bauwagen und anmutiger Kirgisen-Familie führt. (Noch befinden wir uns in einem Gebiet, in dem die Neugierde und Gastfreundschaft der Menschen gegenüber aufkeimendem Argwohn gegenüber Fremden und Verlustangst erhaben sind und man sich ohne Bedenken „unterstellen“ kann.)

zu Besuch bei Nomadenfamilie

Es nieselt, ist kühl und eigentlich habe ich heute überhaupt keine Lust vor die Türe zu gehen, doch wann ergeben sich im Leben schon solche Chancen. Schon hat der Clan-Chef sein Ok gegeben, zum Schlafen stehen bleiben zu dürfen, nähern sich die Jurtenkinder mit einem Eselchen für die Lasterkinder, halten wir ein Glas guuuute Stutenmilch in Händen und palavern mit Händen und Füßen.

Die Jurtenkinder

Hoppe Hoppe Reiter

Es dauert nicht lange und wir dürfen bei frischem Joghurt, Weißbrot und Milchtee unseren ersten einheimischen Bauwagen von innen bewundern und nur die Älteste im Bunde, die griesgrämige Mutter der Ehefrau unseres Gönners beobachtet jede unserer Bewegungen aufs Strengste. „Trinkt den Milchtee aus, bevor er kalt wird und redet nicht so viel!“ (Übersetzung aus Zeichensprache an Sameena und mich gerichtet)

Der Chef und seine Frau

Die Großmutter

Schneller als erhofft stellt Wolfgang dann auch schon fest: „Diana würde gern eine Stute melken!“ Äh, vielleicht doch morgen…Doch schon ist unser Gönner freudestrahlend von seinem Platz am Boden auf und in seine Stiefel gesprungen, hat seinen Töchtern einige Anweisungen erteilt und steht voller Tatendrang draußen im Freien.

Hier muss erwähnt werden, dass ich vor Urzeiten ziemlich viel Respekt vor jenen sensiblen Geschöpfen hatte und aus diesem Grund mein Berufswunsch als Teenager nicht eben Dressurreiterin gewesen ist…

Trotzdem befinde ich mich an dieser Stelle also wie angewiesen am Boden kniend neben der Stute, beobachte wie eine der Töchter dem zu melkenden Objekt fachmännisch mit der rechten Hand von hinten durch die Beine fasst und diese um die rechte ca. 3 cm lange Zitze legt. Die linke, ebenso große Zitze wird mit den Fingern der linken Hand von der Seite her umgriffen. Gleichzeitig  muss ein leerer Plastikeimer auf dem linken Knie unter dem Ganzen balanciert werden, um das kostbare Gut aufzufangen. Bei dem nun folgenden, gleichmäßigen Milchgewinnungs-vorgang schafft das Mädchen von ca. 15 Jahren es sogar noch zuckersüß in die Kamera zu lächeln. Bewunderung. Mann o Mann, ob mir das auch gelingt?

beim Stuten melken

beim Stuten melken

Also: Vor dem linken Hinterhuf der Stute, die bereits leicht nervös ihre Nüstern in den Wind hält, niederknien. Sofortige Erkenntnis: Der Babybauch befindet sich nun direkt vor dem Hinterlauf des Tieres. Weitermachen. Den rechten Arm von hinten am Schweif vorbei durch die zusammengekniffenen Beine des Pferdes zu deren rechter 3cm Zitze führen, dabei den Eimer vor meinem Bauch und unter dem Pferdeeuter auf meinem linken, aufgestellten Knie balancieren. Irgendwo hängt`s, ich bekomme den Eimer nicht in Position, gucke die ganze Zeit statt in die Linse an mir herunter und benötige zu viel Zeit zum durch die Hinterbeine fingern. Ein Wiehern, die Ohren legen sich nach hinten, ein Tritt zur Seite…und Abbruch! Alles lacht, bloß die Kirgisen nicht. Wer weiß, ob ihnen überhaupt klar war, dass ich überhaupt nicht kann, um was ich gebeten hatte. Es hätte ja auch durchaus möglich sein können, dass ich so viele Kilometer von Daheim und meiner Herde dort entfernt, einfach mal wieder Lust auf selbst gemolkene Pferdemilch gehabt hätte…

beim Stuten melken

beim Stuten melken

…eine kleine Zugabe:

Wer von euch will Erster sein?

nach dem Schlachten

Der Pferdeflüsterer

Nomadenfrauen im Gespräch

Abschiedsbild

Spasiba! 

Kirgistan – Unter Nomaden?

Am 20. Mai lassen wir bei Uchgorhan mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch die Grenze zwischen Usbekistan und Kirgistan hinter uns.

Die Nacht zuvor kam es in Osh, einige Kilometer weiter südlich wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Separatisten und Angehörigen ethnischer Minderheiten.

Das Resultat waren zahlreiche Tote und Verletzte.

Das Land befindet sich noch immer im Umbruch.  Zwar hat es seine Unabhängigkeit vom großen russischen Bruder Anfang der 90er Jahre als erster mittelasiatischer Staat erklärt, eine demokratisch strukturierte Verwaltung fehlt jedoch bis dato.

Ganz grob gesagt scheint jeder neu gewählte Präsident im Laufe seiner Amtszeit dazu überzugehen, seine Familienmitglieder mit wichtigen politischen Ämtern zu bedenken, damit der eigene „Stamm“ sich bereichern kann. Andere wiederum erkaufen sich Stellungen, die es ihnen ermöglichen gewinnbringend wieder Anderen Vorteile zu verschaffen, usw. usw.. Korruption steht auf der Tagesordnung.

Die Bevölkerung scheint darüber hinaus nicht allein durch die Ausläufer des Tien Shan Gebirges gespalten, der dem Norden durch günstigere Klimabedingungen mehr Reichtum beschert, man unterliegt auch kulturell verschiedenen Einflüssen. Im konservativen Süden, entlang der Grenze zu Tadschikistan hängen die Menschen dem Islam an, der Norden hingegen ist eher geprägt von kommunistisch-russischen Einflüssen.

Glücklicherweise hält man uns an der Grenze nicht lange auf und der Versuch (mit Dolmetscherin am Telefon) jedem von uns 10 Dollar abzuluchsen, wird mit der Frage nach einem Rabatt für die Kinder und einer entsprechenden Quittung von Wolfgang vereitelt.

Wunderlicherweise offenbahrt sich auch diesmal, wie jedes Mal, wenn ein neues Hoheitsgebiet beginnt, ein anderes Bild.

Überall rinnen schmale Bächlein, es ist saftig grün, ein Bergmassiv erstrahlt wie ein stiller Wächter im Abendrot. Frau ist selbstbewusst in europäischer Manier gekleidet und Mann trägt Filzhut.

Die erste Nacht verbringt unsere kleine, deutsche Reisegruppe an einem Stausee mit eiskaltem, glasklarem Gebirgswasser, wo nur unzählige Glasscherben die Vorfreude auf die „Mittelasiatische Schweiz“ etwas hemmen.

Ziegelbrenner

Der kommende Fahrtag entschädigt uns. Die Landschaft ist atemberaubend!

Die Straße führt durch die Berge und die Flora links und rechts von uns wirkt manchmal fast unberührt und wild. Immer wieder hindern uns Tierherden am Weiterfahren. Pferde, Ziegen, Schafe und Kühe, alles kann sich Gaia heute aus der Nähe betrachten und kommt aus dem Mähen und Muhen gar nicht mehr heraus. Anscheinend ist momentan „Almauftrieb“ und die „Nomaden“ treiben ihre Viehherden auf die Sommerweiden, hoch im Gebirge.

Hirtenjunge

Wunderliche Natur

Der erste Kontakt zu „Eingeborenen“

1965

Die Route verläuft entlang des Kara-Suu, vorbei an etlichen Staudämmen und -seen, bis zum Togtogul-Stausee. Unterwegs kann man am Straßenrand die feinsten Dinge erstehen und muss einiges Verhandlungstalent aufwenden, um Polizeischranken passieren zu dürfen, ohne „Dollar Dollar“ zu lassen.

Frischfisch

1976

Honigverkäufer

2012

Auf der Fahrt hinauf zum Ala-Bel Pass (3184m) wird`s uns richtig warm ums Herz. Was für ein Panorama. Vor uns liegen grünste Auen, durch die sich das lebensspendende Wasser seinen Weg bahnt. An den Berghängen sieht man letzte Schneereste, die Zeugen eines harten, langen Winters. Wie Pilze schießen überall weiße Jurten aus dem Boden, deren Schlöte rauchen und um die herum reges Treiben herrscht. Was für ein Traum von Freiheit!

Passüberquerung

Schnee im Sommer

Unter Nomaden?

Frauen verkaufen an selbst gezimmerten Ständen das Nationalgetränk, vergorene Stutenmilch, deren Geschmack für den deutschen Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig ist. Leicht sauer und rauchig – aber angeblich seeeeeehr gesund!

Ein wenig Landluft gönnen wir uns noch, bevor es wieder gilt Großstadtsmog zu atmen.

Dank der relativ überschaubaren, rechtwinkligen Stadtplanung Bishkeks, fällt es uns nicht schwer zur kasachischen Botschaft zu finden und gleich gegenüber gibt es eine nette Parkanlage, wo wir uns erst einmal ungestört niederlassen können.

(Rückblick: Aufgrund eines Computerproblems konnten unsere Visaanträge für Kasachstan in Tashkent noch nicht bearbeitet werden.)

Die Kasachen benötigen 3 Werktage, um unsere Anträge zu bearbeiten, was uns die Gelegenheit gibt, die unspektakuläre Stadt zu besichtigen und uns traditionelle Handarbeiten anzusehen.

Die Soldaten im Glaskasten versprechen etwas anderes, als das Symbol auf der Flagge, das das Dach einer Jurte darstellt.

Mundharmonikastunde auf Kirgisisch

„concrete jungle“

Über`s Wochenende beschließen wir uns von der Gruppe abzusetzen und mal wieder unser „eigenes Ding“ zu machen. Wenn man ständig so engen Kontakt hat, braucht man zwischendurch schon mal `ne Pause, um wieder auf andere Gedanken zu kommen und einfach zu tun was man will, ohne große Diskussionen.

Das höchst gelegene Erholungsgebiet der Welt, der Ala-Archa-Canyon ist ein wahrlich geeigneter Ort dafür. Ein Platz am rauschenden Schmelzwasserfluss, Streifzüge durch die Umgebung und Allerhand zum Beobachten und Entdecken.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Ein Wunschbaum

Am 1. Juni haben wir das kasachische Visum in der Tasche und für die Schwarzmeiers geht’s weiter Richtung Naryn.

Die Gegend um die Hauptstadt erinnert uns zuerst an Usbekistan, mit den kleinen, mit geometrischen Mustern verzierten Häusern, den offensichtlich muslimischen Bewohnern und den blauen Trinkwasserpumpen entlang der Strecke. So freizügig und weltoffen wie im Zentrum gibt man sich hier auf dem Land nicht.

Wir fahren bis nach Kök-Moynok Bir und biegen dann Richtung Kochkor ab.

Vorbei an einigen Imkern, deren Bienenvölker auf russischen Kamaz-Lastern zuhause sind, Jurten, Wohnwägen, Pferde- und Büffelherden, nähern wir uns dem Dolon Pass und damit auch dem Wiedersehen mit Thomas und Sabine.

Yakherde

Treffen mit Sabine und Thomas

Für Tobi

Am Morgen des 5.Juni bekommen wir zuerst frischen Ayran (Trinkjoghurt) von einem Reiter mit seinen drei Kindern direkt ans Haus geliefert und anschließend klopft ein neugieriger, alter Kirgise mit Spitzhacke an unsere Türe und erkundigt sich nach dem Befinden. Abgesehen von Wolfgangs Niesattacken wegen des Hauptfortbewegungsmittels Pferd, geht es uns prima und Abenteuerstimmung liegt in der Luft.

In Naryn angekommen, kaufen wir am Basar Obst und Gemüse ein und ich sehe mir mit Gaia im Museum für Moderne Kunst die Gemälde einheimischer Künstler und eine Riesenjurte samt Inneneinrichtung an.

Ein deutscher Wahlbeobachter stellt sich uns auf dem Weg ins Ardaktuu Tal vor und endlich werde ich eine Frage los, die mir schon seit Tagen unter den Nägeln brennt.

„Befinden wir uns denn nun tatsächlich schon unter Nomaden?“

Ich werde enttäuscht. Die ehemalige Besatzungsmacht hatte die einstmals umherziehenden Sippen zur Sesshaftigkeit gezwungen. Das, was heute noch an alten Traditionen übrig geblieben ist, sind einige animistische Glaubensvorstellungen, in denen man der Natur und ihrer Bewohner Zauberkräfte zuschreibt.

Was dem Vorüberziehenden wie Nomadentum erscheinen mag, die braun gebrannten, geschäftigen Menschen neben ihren Jurten und hoch zu Ross, entlang der Straße, sieht man nur noch zur Saison. Zwar soll fast jeder Kirgise noch ein mit Filzlagen ummanteltes Weidenflechtwerk besitzen, um Familienfeste darin zu feiern, aber eben nicht als flexiblen HAUPTWOHNSITZ.

Friedhof

Über die momentane politische Situation kann er uns von einem Vorfall berichten, der sich einen Tag vorher in Naryn zugetragen hat. Ca. 100 Jugendliche stürmten das Rathaus und zwangen den Bürgermeister eine Rücktrittserklärung zu unterschreiben. Mit ein paar Litern Wodka (der hier umgerechnet nur ab 1,50 Euro die Flasche kostet) soll man den ein oder anderen schnell davon überzeugen können, sich an Unruhen zu beteiligen.

Womit ich auch schon beim nächsten Thema angelangt bin.

Der Alkoholkonsum, vor allem der männlichen Bevölkerung ist erschreckend. Zu oft begegnen wir Sturzbetrunkenen, manchmal im Straßengraben liegend, oder welchen, die um Alkohol, oder Geld für solchen betteln. Die leeren Flaschen und Glasscherben überall zeugen von unzähligen Saufgelagen. Beim Familienpicknick im Grünen scheint man kein großes Interesse daran zu haben ein Vorbild für die Kinder zu sein.

Wir versuchen von Naryn aus zum Ysyk-Köl eine unbefestigte Straße zu fahren.

Die Einheimischen meinen für die Kurzhauber sei dies kein Problem..

Bereits bei der zweiten Flussüberquerung müssen Thomas und Wolfgang allerdings aussteigen und inspizieren den Zustand der Holzbrücke.

Man(n) überlegt hin und her und plaudert mit dem Brückenwart, der eigentlich nur daran interessiert ist, wieviel er von den „Nemezkis“ verlangen kann. Die Entscheidung fällt zu Gunsten eines Versuchs. Es klappt. Auf unbefestigter Straße passieren wir Wasserfälle, die sich ihren Weg durchs Gestein bahnen, pferchen uns durch liegengebliebene Schneedecken, immer den steilen Abhang im Auge.

Die vierte Brücke zwingt uns einige Kilometer weiter zum Umkehren. Morsche Balken und riesige Löcher, durch die man den reißenden Fluss sehen kann, sprechen eine klare Sprache.

Die Umkehr bedeutet einen Umweg von ungefähr 200 Kilometern auf miserablen Straßen, bis wir dann endlich den Ysyk-Köl, den „Warmen See“, auf dessen Grund heiße Quellen sprudeln sollen, erreichen.

An den Kieselstränden des zweithöchsten Gebirgssee der Welt, der an der tiefsten Stelle ungefähr 700 Meter misst, treffen wir auf Johannes und Anne aus der Leipziger Gegend, die uns doch beinahe einen Kratzer im Lack bescheren.

Der Luft- und Raumfahrttechnikstudent und die Biologin düsen in drei Monaten über die Ukraine, Russland, Kasachstan und unsere Route rückwärts wieder nach Deutschland.

Beim Blick auf schneebedeckte Berggipfel und beim Plantschen im klaren Wasser bei Sonnenschein vergisst man beinahe, dass es hier Ende der 90er Jahre zu einem tragischen Zwischenfall gekommen ist. Ein mit Zyanid beladener Laster, der auf dem Weg zur Goldmine an der Südküste war, rutschte von der Straße ab und determinierte den See mit seiner Ladung so stark, dass in der Folge 300 Menschen starben. Außerdem soll das russische Militär zahlreiche Unterwasserwaffen hier getestet haben.

Vor einiger Zeit wurden bestimmte Abschnitte der Uferzone zum Naturschutzgebiet erklärt, um dem durch Tourismus entfachten Bauboom entgegenzuwirken und somit bedrohte Tiere und deren Lebensräume zu schützen.

Wir kommen endlich mal wieder zum Entspannen, erleben aber auch die ein oder andere Pleite. Wolfgang macht Bekanntschaft mit einer kirgisischen Reiterpeitsche und Morpheus setzt sich auf dieser Reise das erste Mal in den Sand. Dank tatkräftiger Unterstützung von Thomas und Sabine ist der Koloss aber bald befreit und ein blütenweißer Sandstrand liegt in Sichtweite.

Da schlagen Babyherzen höher. Den lieben langen Tag buddeln und auf Streifzüge gehen. Mich überkommt nach getanem Frühjahrsputz die Lust auf`s Malen.

Auf der Pirsch

Arbeit am Gesamtkunstwerk

Hier stoßen am 13.06 auch wieder Frank und Mathias dazu und bringen Gesellschaft mit. Steffi, eine Schweizer Freundin von Matthias ist für einige Zeit zugestiegen und auf der Fahrt über den Pamirhighway haben die beiden das ausgesetzte Hundebaby „Pamira“ aufgegabelt.

Steffi

„Roxana“ hat sich leider selbstständig gemacht, nachdem sich Frank einen weiteren Untermieter, einen schwarzen Windhund, namens „Abraxas“ zugelegt hat.

Auf dem Weg nach Karakol machen wir noch einen Abstecher zu den „red sandstone cliffs“ bei Jeti-Ögüz, wo wir einem französischem Paar begegnen.

Die beiden bereisten zuletzt Südostasien, und haben wertvolle Informationen bezüglich Thailand, Laos und Malaysia, die wir anschließend an 5500 Kilometer durch China ansteuern wollen.

Praktisches Spielzeug

In Kuturgu schließen sich schließlich die Reihen, als wir den Platz erreichen, an dem die Praschel`s verweilen. Heiße Naturduschen (mit Wanne) und frisch gefangene Lachsforelle stehen auf dem Tagesplan.

Die Zeit wird langsam knapp und wir müssen uns auf den Weg Richtung Grenze bei San-Tash aufmachen. Die Nachrichten der vergangenen Tage verheißen nichts Positives über die Lage im Land. Bis hierher bekamen wir zwar von den Unruhen nichts mit, man merkt jedoch dass die Stimmung zunehmend angespannter wird.

Nur Frank nimmt`s gelassen

Bereits auf der Anfahrt wirken die üblen Straßen fast etwas zu verlassen, wo wir doch zumindest mit einigen Ausreisenden gerechnet hatten. Am Ziel angekommen, erfahren wir dann auch wieso. Diese Grenze sei seit nunmehr 3 Monaten dicht. Und jetzt? Am nächsten Tag laufen die meisten Aufenthaltsgenehmigungen aus. Was tun? Die Diensthabenden auf kasachischer Seite erklären, es bestehe keine Möglichkeit hier durchzukommen, auf Anweisung des Premierministers. Zuwiderhandlungen ihrerseits würden mit Inhaftierung bestraft. Der Versuch die Schranken zu umfahren führe ebenfalls zu einer Gefängnisstrafe. Als auch die Aussicht auf Bestechung keinen Eindruck macht, schreiten wir zur Abstimmung. Sollen wir die Sache aussitzen, mit wenig Aussicht auf Erfolg, oder legen wir die knapp 500 Kilometer zum Hauptgrenzübergang nach Kasachstan bei Bishkek zurück? Die Entscheidung fällt auf Variante 2.

Beratungsrunde

Eine solche Distanz in so kurzer Zeit zurückzulegen, mit unseren Fahrzeugen und Kindern an Bord, bedeutet für alle Beteiligten Zähne zusammenbeißen und durch.

Fast fühlt es sich ein bisschen so an, als sei uns`re kleine Truppe auf einer wichtigen Mission…..

Wir erreichen den Grenzübergang rechtzeitig und der letzte Eindruck von Kirgistan soll ein positiver sein. Nach einigem Suchen stoßen Wolfgang, Mathias und Thomas auf eine kompetente Frau in Uniform, die uns die Schlange vorfahren lässt und die Formalitäten auf dieser Seite innerhalb kürzester Zeit erledigt hat.

Doch damit ist der Abend noch nicht vorüber…

Mongolei Teil 1 – Unter Nomaden!

Am 30.Juli reisen wir in die Mongolei ein.

Erwähnenswert ist, dass man als Fußgänger-, bzw. Fahrradfahrer die Grenze hier bei Aktash nicht passieren kann. Außerdem stellt sich heraus, dass wir uns in Russland hätten registrieren lassen müssen. Bis dato sind wir davon ausgegangen, diese Regelungen wären bei Individualreisen aufgehoben worden. Da wir aber nicht die Ersten zu sein scheinen, bei denen dieses Problem auftritt, gibt`s gleich einige Meter vor dem russischen Grenzposten eine Einwanderungspolizei, wo man uns entsprechende, abgestempelte Zettel in die Hand drückt und die Sache ist erledigt.

Ca. 35 Kilometer Niemandsland trennen Russland von der Mongolei. Die Spannung steigt. Was erwartet uns im am dünnsten besiedelten Land der Erde?

Werden wir finden, wonach wir gesucht haben? Was suchen wir eigentlich?

Wolfgang verwechselt die ersten Yaks, die wir in der Ferne sichten mit Hunden, weil sie genauso mit ihrem buschigen Schwanz wedeln können.

Leichte Irritation, als zwei Jungen von uns vor dem Tor zur mongolischen Grenzabfertigung Geld für die Desinfektion des Autos verlangen. Ferienarbeit, oder was? A propos, die Jungs und Mädels hier haben ganze drei Monate Sommerferien!

Wo sind denn jetzt die Jurten?

Zu Beginn macht die Piste noch einen recht passablen Eindruck.

Der moderne Nomade fährt Motorrad.

Noch am selben Abend machen sich vier Laster auf den Weg nach Bayan Ölgiy, der Hauptstadt des mongolischen Altai. Diese Strecke lässt bereits erahnen, auf was wir uns die nächsten Wochen einstellen können: wackelige Sandpisten und keine Orientierungshilfen, außer dem Stand der Sonne, aber um uns herum entblättert sich eine einzigartige Natur. Es wuselt nur so vor Murmeltieren, Zieseln und sonstigen Nagern und Insekten.

„Warme Ware“. Rohmaterial für die gefilzten Jurtenwände.

Wir haben einen strengen Zeitplan, da das Einzige, was wir sicher über die Mongolei wissen ist, dass wir 1700 Kilometer unbefestigte Straße vor uns liegen haben. Sollte es die kommenden Tage zu Schlechtwettereinbrüchen kommen, müssten wir uns durch Schlammpassagen kämpfen. Wir haben keine Ahnung, ob über jeden Fluss, der auf unserer Strecke liegt Brücken führen, oder wie man ansonsten durchs Wasser kommt, noch zumal mit der schweren Kiste.

Spätestens in drei Wochen müssen wir in der Hauptstadt sein, um die chinesischen Visa zu beantragen und eine Woche später an der russischen Grenze stehen, damit wir das Land rechtzeitig vor Ablauf des mongolischen Visum verlassen können.

Am 01.August treten wir gemeinsam mit Mathias und Steffi den Weg Richtung Chowd an.

Unterwegs machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit nomadischen Bräuchen.Traditionellerweise wird ohne Anzuklopfen die Türe geöffnet und kurz „Hallo“ gesagt.Der Zettel allerdings, den der sich neugierig umschauende Hirte Wolfgang unter die Nase hält und auf dem in Englisch steht: Guten Tag, ich interessiere mich für ihr Auto; was soll es kosten?, ist dann wohl eher untypisch. Von da an verschließen wir unsere Türe, wenn wir Lust auf Privatsphäre haben.Die Landschaft wirkt genauso, wie man sie sich vom Hörensagenlesen vorstellt und doch bleiben die Eindrücke unbeschreiblich. Man muss hier gewesen sein und die unendlichen Weiten mit dem eigenen Auge versucht haben zu fassen. Auf durchschnittlichen 1580 Höhenmetern scheint der Himmel zum Greifen nah; und wirklich, nur Nachts ist er noch unvergleichlich schöner! Wenn jedermann wüsste, was ihn der Fortschritt unserer Zeit kostet….

Außerhalb der kleinen Ortschaften findet man keine konventionellen Gebäude vor. Die Menschen leben nach wie vor in ihren Jurten. Zugegeben, auch hier zieht das Hightechzeitalter nicht ohne Spuren zu hinterlassen vorüber. Viele Nomaden haben Photovoltaikplatte, oder Windrad, Satellitenschüssel, Handy und Motorrad und entlang der Hauptroute ziert mancherlei Unrat die „unberührte“ Natur. Kein Vergleich jedoch zu bisher Gesehenem, oder gar europäischen Standards. Selbst wir können uns ein solches Leben dann doch nicht mehr vorstellen.

Sollen wir`s wagen, oder nicht? Mathias fährt derweil schon Mal zu

Chowd – und dann überschlagen sich die Ereignisse. Gaia bekommt hohes Fieber und ist übersät mit kleinen roten Punkten. Was nun? Als ihre Temperatur kritisch wird und sie nur noch apathisch in meinen Armen liegt, bleibt uns nichts anderes übrig, als ins nächste Krankenhaus zu fahren. Die Ärzte dort tun uns zwar den Gefallen und untersuchen sie im Lkw, ihre Diagnose bleibt uns aufgrund der Sprache trotzdem unverständlich. Mit Hilfe eines Englischlehrers, den Wolfgang zufällig auf der Straße anspricht und der Ferndiagnose von seinem Hausarzt stellt sich schließlich heraus, dass sie Scharlach hat. Die Verfahrensweise der Ärzte und Schwestern lässt uns beinahe verzweifeln und auch das Krankenhaus selbst macht nicht gerade einen Vertrauens erweckenden Eindruck. Nach zwei Tagen ohne wirkliche Besserung flippen wir dann aus und Wolfgang macht sich solange lautstark bemerkbar, bis er jemand Kompetentes auf sich aufmerksam macht. Gaia bekommt endlich die richtige Behandlung und vor allem Ruhe für die kommenden zwei Wochen! Nicht nur einmal wünschen wir uns in dieser Zeit nach Hause, wo „alles so viel einfacher ist“. Der Kinderarzt ist gleich um die Ecke und spricht Deutsch, die medizinische Versorgung ist gewährleistet, man kann sich über diverse Medikamente informieren und was wohl am wichtigsten ist, im Schoß der Familie findet man emotionale Unterstützung. Zum Glück bleibt Frank bei uns und unterstützt uns wo es geht.

Nach zwei Tagen bessert sich Gaias Zustand schon merklich und wir begeben uns ganz langsam zuerst raus aus der Stadt und schließlich weiter Richtung Osten.

Dianas 30. Geburtstag fällt entsprechend ruhig und in trauter Dreisamkeit aus.

Ob wir unseren Zeitplan einhalten können, oder nicht erscheint uns momentan nicht mehr so wichtig. Hauptsache ist, dass die Kleine wieder auf die Füße kommt, in Zukunft mehr Rückzugsmöglichkeiten hat und es zu keinen weiteren Strapazen aufgrund einer Autopanne kommt. Die Streckenverhältnisse sind schlechter als vermutet. Ich liege mit Gaia die meiste Zeit hinten im Lkw, bei zugezogenen Fenstern und mit nassen Tüchern vor jedem Spalt, um dem eindringenden Staub entgegenzuwirken. Es fühlt sich an, wie auf einem Schiff bei stürmischem Seegang. Wolfgang kämpft nicht nur mit der Orientierung (ohne GPS), sondern auch mit tiefen Fahr- und Regenfurchen im schwer einzuschätzenden Untergrund. Durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt 35 Stundenkilometer.

Wüstenschiffe

Manchmal gibt es so viele verschiedene Pisten, dass man nach dem Zufallsprinzip entscheiden muss, welche man nimmt. Nun wissen wir auch was die Franzosen in Russland gemeint haben, als sie sagten: „Wenn ihr nicht mehr weiter wisst, folgt einfach den Strommasten…“ Und was tun, wenn es gar keine gibt?

Ihre Ehrfurcht vor den Natur- und Wegegeistern bringen die Mongolen in so genannten „Owoo`s“ zum Ausdruck. Steinsetzungen, die mit seidenen, meist blauen Tüchern geschmückt sind. Süßigkeiten, Bargeld, Wodkaflaschen und interessanterweise Holzkrücken, die man als Einziges auch bei Bedarf mitnehmen darf, dienen als Opfergaben.

Balta, „die Axt“, Franks Reisebegleiter auf Zeit. Von ihm erfahren wir viel Wissenswertes über das Leben der zum Großteil kasachischstämmigen Mongolen im Altai.

In den kleinen Städtchen unterwegs bekommt man das „Nötigste“. Kartoffeln, Brot, Zwiebeln, Gurken, Karotten und sogar Schokolade werden in kleinen „Tante Emma Läden“ angeboten. (Nervennahrung für den Fahrer, damit die Konzentration auf den „Höllenpisten“ nicht ausgeht.) Es bleibt uns ganz und gar unverständlich weshalb nachts meist so viel Betrieb auf der Strecke herrscht, die tagsüber schon so schwierig zu bewältigen ist. Balta meint nur, da wäre es kühler und es gebe keine Mücken.

Ja, das ist die Hauptstraße!

Erstaunlicherweise übersteht Morpheus trotz seines Gewichts und Alters die Rüttelpiste sehr gut. Auch die Reifen mit Straßenprofil haben sich bewährt.

Natürlich bedarf es unter solchen extremen Belastungen einer täglichen Inspektion des Unterbodens und regelmäßigem Abschmieren. Fast schade, dass wir die neuen Schneeketten wieder nicht ausprobieren können…

Frank mit Phoibos imEinsatz

Die riesigen, zumeist eine Tierart umfassenden Viehherden sind ein Überbleibsel aus den 50er und 60er Jahren, als die Viehhalter in staatlichen Genossenschaften zusammengeschlossen wurden.

Streichelzoo direkt vor der Haustür.

Ihr Trinkwasser füllen sich die Stadtbewohner im „house of water“ ab.

Für wenig Geld können wir unsere Tanks wieder auffüllen.

Zum Glück galoppiert das zottelige Steppenpferdchen nicht gleich los, sonst könnten wir uns wohl kaum auf dem kleinen Holzsattel halten. Aber wer schon einmal in diesem Land gewesen ist und nicht Lust bekommt auf dem Rücken eines Pferdes zumindest zu sitzen, bei all den vorüber ziehenden, edlen Geschöpfen, der muss wohl….eine Allergie haben.

Am 22.August erreichen wir trotz sämtlicher Widerstände pünktlich Ulan Bataar – die Hauptstadt. Mehr als ein Drittel der Mongolen lebt hier und es ist wie überall anders auf der Welt. Ulan Baaar wirkt völlig anders, als der Rest des Landes. Modern, voller hupender Autos, Bauwerke und Schönheitssalons, laut, schnell und irgendwie … entspannend. Man kann mal wieder untertauchen in den Strömen von Ausländern, mal wieder europäisch essen gehen, mal wieder die Wäsche waschen lassen.

Das Parlamentsgebäude auf dem Suchbaatarplatz

Nachdem die chinesischen Visa unter Dach und Fach sind, schlagen wir am 25. August den Weg Richtung Norden, zum Baikalsee ein.

Parkplatz vor dem Saloon

Besuch vom Nachbarn, der einen Bottich Joghurt und Salzgebäck als Gastgeschenk dabei hat.

Drei Tage später, am 28.08. stehen wir ausreisebereit an der Grenze in Kyachta.