MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Schlagwort-Archiv: Wüste

Das Dromedar (Camelus dromedarius)

Dieses einhöckrige Kamel ist in Nordafrika und im Nahen Osten beheimatet. Es wurde vor rund 5000 Jahren domestiziert und dient seither als wichtiges Transportmittel. Die ursprüngliche Wildform ist ausgestorben. Dromedare sind bestens an ein Leben in der Wüste angepasst; an den Füßen haben sie elastische Polster, die das Gewicht gut verteilen. Zudem sind sie in der Lage ihre Nasenlöcher bei Sandsturm zu verschließen. Ein durstiges Kamel kann binnen Minuten 50 Liter Wasser trinken, das jedoch nicht im Höcker gespeichert wird! Der besteht aus Fett.

Ein Dromedar legt die Strecke, für die wir 10 Tage benötigt haben in 4 Tagen zurück 😉 Respekt!

Dromedar 1

Dromedar 3

Dromedar 2

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Ein Oldtimer mitten im Sandkasten

Timbaine

20 Plateaus, 21 Dünenkämme, 10 Tage und Nächte schließlich. An manchen Tagen machen wir mehr Meter Sand beim Schaufeln gut, als Kilometer Strecke.

Ausbuddeln

Eingegraben 2

Außerdem ist nicht jeder „Track“ für den Schwertransport geeignet. Nur manchmal bemerkt man das erst später und muss wieder umkehren, um den Aufstieg von Neuem zu versuchen.

Aufgesessen

Trotz fehlender Servo, einem langen Radstand, begrenzter Kraft und nicht vorhandener Differentialsperre schlägt sich Morpheus besser als geglaubt -nicht nur aufgrund der mittlerweile vielseitig erprobten Straßenbereifung, sondern auch aufgrund der umfangreichen Fahrerfahrung des Piloten und mentaler + physischer Unterstützung unserer Gefährten.

"With a little help of my friends"

Auch das Auf und Ab der Gefühle, je nachdem in welchem Winkel zur Düne man sich gerade befindet, pendelt sich irgendwo über Normalnull, im durchschnittlichen Abenteuer-Adrenalin-Bereich ein. Wie heisst`s so schön, wer wagt gewinnt und wird mit ungeahnten Eindrücken und Erfahrungen belohnt!

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Immer tiefer dringen wir in das „Meer ohne Wasser“ vor, bis auch die letzten Hasenjäger unsere frische Fährte verlieren, die für sie einen Highway durch die sich ständig wandelnde Landschaft darstellt, auf der sie viel schneller an ihr Ziel gelangen.

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Ganesh

Moment mal, Hasen? Ja, Hasen! Momentan stehen die auf der Abschussliste, wovon zwar einige verstreute Patronenhülsen berichten, nicht jedoch der Anblick des begehrten Objekts selbst. Täglich gehen wir kundschaften, folgen den zahlreichen Spuren im weichen Untergrund und versuchen diese ihrem Besitzer zuzuordnen.

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Wirklich zu Gesicht bekommen wir aber von all den Fenneks, Schakalen, Vögeln, Käfern, Ameisen, Gazellen, Mäusen, Kamelen, Skorpionen, Schlangen, etc., mit denen wir momentan das „Wohnzimmer“ teilen nur die allerwenigsten. Einige Wüstenbewohner, wie Schlangen und Skorpione befinden sich zur Zeit noch im Winterschlaf ( 🙂 ), andere wie Motten oder Ameisen sind uns bekannt; aber einen Fennek, den Fuchs der Wüste zu sichten, der nur hier verbreitet ist, das wäre schon toll…

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Die Eingangstür zur Wüste

Kamelhirte

Gut, so wild ist es also doch nicht! Wenn`s die kommenden 100 Kilometer bis hin zum „Lost Lake“ gemütlich weiter über ein paar softe Hügelchen geht, dann wird das der alte Morpheus schon schaukeln…Aber dann kommt das erste höhere Dünenfeld und zwingt unsere kleine Expeditionstruppe vorübergehend zum Stehenbleiben.

Wüstenkarawane

Erst mal Aussteigen und Gucken (Zum Glück). Doch an meiner subjektiven Perspektive ändert sich gar nix. „Die Wand“ aus Sand bleibt in meiner Vorstellung eine unüberwindbare Barriere für unseren Oldtimer. Alles, was ich vor meinem geistigen Auge visualisieren kann ist, wie der alte Morpheus dachüber und hilflos zappelnd gleich einem fettem Skarrabäus im unendlichen Sandmeer liegt. Für unsere wüstenerprobten Freunde von JUSALULU im Iveco „Ganesh“ stellen die vor uns liegenden geschätzten 50 Höhenmeter bis zum Kamm zwar kein so großes Problem dar, aber das Ziel ist natürlich, dass wir es gemeinsam schaffen!

Jippie

Es wird diskutiert und abgegangen, hin und her überlegt und vorausgeschaut, probiert und gegraben,…

Grübelei

Ich fange an zu schwitzen, obwohl ich mit dem Jüngsten im Schlepptau, am wenigsten in das Prozedere involviert bin. Erst mal `n bisschen die Füße vertreten.

Sicherheitsabstand

Nachdem auch Satellitenbilder und GPS zu Rate gezogen wurden, drehen wir ab und versuchen den „Einstieg“ ein paar Meter weiter östlich. Und siehe da: Wir folgen dem Pflanzenbewuchs bis er abbricht…; vor einem einsamen Gebäude hockt ein altes Weiblein, das mit ausgestreckter Hand in unsere Fahrtrichtung deutet… und zu guter Letzt kommt der „Trumpf“ zum Einsatz. „Abdallah“, Sohn der Wüste und alter Bekannter unserer Freunde Luca und Sameena. Als Spross einer der damals noch zahlreichen Nomadenfamilien dieser Gegend, hat er unter freiem Himmel das Licht der Welt erblickt und ihm zufolge sein eigenes GPS im Kopf. Er sieht in dieser eintönigen Landschaft Auffälligkeiten, die uns wohl ewig ein Rätsel bleiben!

„An dem großen Busch da rechts vorbei! “ Wie bitte, an welchem?“

Abdallah

Na denn, ich halte mich an der Kamera fest und betrachte den ersten Anstieg unseres Einstiegs ins Ensemble der „Wüstenfahrer“ mit gemischten Gefühlen aus der Distanz des Objektivs heraus.

Azurro

Sand in Sicht!

Ein eisiger Wind zerrt an meinen Kleidern und schiebt mich über die „Große Düne“, auf der wir Tags zuvor bereits erste Sandfahrerfahrungen sammeln durften. WIR ist gut… weil im Zusammenhang mit FAHREN momentan eigentlich eher Wolfgang gemeint ist, der ebenfalls nicht so ganz davon überzeugt ist, dass wir hier auch ohne Servolenkung über die Runden kommen. Ich kämpfe nach wie vor mit meinem inneren Schweinehund, der unaufhörlich bellt: “ Warum zum Henker sollen wir höchstwahrscheinlich untermotorisiert, aber auf jeden Fall überdimensioniert zu einem Trip durch „den Sand“ aufbrechen?

Erste Sandfahrerfahrungen

 

Aussteigen. bitte!

Hmm? Mit zusammengekniffenen und hinter Sonnengläsern verbarrikadierten Augen betrachte ich die im Sandsturm verschwimmende Umgebung, einige zurück gelassene Spirituosendosen,… Beinahe wie unter Wasser, denke ich gerade, als ein dünnes Stimmchen aus Richtung meiner linken Hand kräht: „Mama, wie ein Taucher!“ *Smile* „…oder zumindest wie auf dem Mond!“ antworte ich meinem zweieinhalb jährigen Sohn, bevor er lauthals juchzend die nächste Düne hinuntersurft.

Wüstennomaden

Sahara 2015

Welcome back to Africa-

-Good bye Europe. Für den Winter. SICHER durch die Nacht trägt uns der eiserne Koloss „Zeus Palace“, weg von der italienischen Küste, hin ins einst so glorreiche Karthago. SICHER! Wobei heutzutage sicher nicht mehr jeder SICHER übers Mittelmeer reist! www.Sea Watch.org

Goog Bye Europe

 

Tunis. Eine Prise Salz in der Luft, Dieselgestank, hektisches Hupen, Orangenbäume, schwer bewaffnete Uniformierte, Zitronenbäume, Souvenirshops und Künstlerateliers, Schwarzer Tee mit Minze und Pinienkernen, der Duft von frischem Gebäck, „Bonsoir Madame!“, weiß getünchte Gassen, azurblaue, kunstvoll geschmiedete Eingangspforten und Fenstervergitterungen, 19:00 Uhr: „Allahu Akbar“ -der Muezzin ruft zum Gebet.

Karthago