MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

Schlagwort-Archiv: Yi

Die „Yi“

Am 19. Oktober brechen wir in die Berge auf und lassen die Topautobahn hinter uns. Die Straße wird mit den zunehmenden Höhenmetern immer schlechter und wir schwitzen nicht nur aufgrund der Hitze. Die neuen Federn befinden sich immer noch in Arbeit und werden uns nach Kunming nachgeschickt, wo Wolfgang sie dann umgehend einbauen will. Ganz langsam lichtet sich auch der Strom der Menschen, der Lärm und die Ausdünstung der Städte geraten in Vergessenheit und der Blick auf den dichten Dschungel und die Wasserströme, die hier fließen, besänftigen unsere strapazierten Gemüter.
Gaia ist mittlerweile so angetan von Tony, dass sie das erste Mal ohne Mama vorn mitfährt, als er bei uns zusteigt. Ich weiss zuerst gar nicht, was ich denn jetzt machen soll. Ach ja aus dem Fenster lehnen und entspannen…und Tony hat alle Hände voll zu tun!
An diesem Tag fahren wir bis weit in die Nacht hinein, weil nicht alle paar Kilometer eine Stadt mit Unterkunft für unseren Guide in Sichtweite kommt. Irgendwann tauchen in der Dunkelheit endlich wieder Lichter auf und wir können uns in der Hauptstadt der „Yi“, hoch in den Bergen gelegen zur Ruhe begeben.

Bereits am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf den Weg, weil keiner weiß wie die Straße weiterhin beschaffen ist, oder wieviel Zeit man dafür benötigt. Wir liegen zwar im Zeitplan, brauchen aber einen „Puffer“, falls einer von uns eine Panne haben sollte.
Außerdem muss Tony rechtzeitig in Kunming sein, weil er von dort aus weiterfliegt, um eine andere Reisegruppe zu begleiten. Normalerweise sei das nicht üblich.

Im „Land der Yi“ fühlen wir uns richtig wohl! Bei die Bergleut`halt! Die Frauen tragen überwiegend traditionelle, bunt bestickte Kleidung und ihr Haar wird kunstvoll über einer Kopfbedeckung zusammen geflochten. Schmunzelnde, alte Weiber schleppen voll beladene Körbe aus den Wäldern.
Trotzdem wirken sie zufrieden und scheinen sich vor allem Zeit zu nehmen.
Vor den mit wellenförmigen Mustern verzierten Häuschen wird gelebt (manchmal frage ich mich, wieso nicht dahinter?) und nach dem Einbringen der Ernte wird das Getreide gleich direkt auf dem Teer getrocknet. Das Bild von schlafenden Kindern in Rückentragen und Männern in dicken Wollponchos erinnert mich an solche von südamerikanischen Ureinwohnern. Vor lauter Staunen über dieses schüchterne Volk vergessen wir glatt, wo wir uns befinden.






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