MORPHEUSREISEN

auf der straße des lebens

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PDR (Demokratische Volksrepublik) Laos

Laos, das Land der eine Million Elefanten und der Millionen abgeworfenen US-Bomben.

(Von 1965 bis 1973 verwüsteten die Amerikanischen Streitkräfte den Osten und Nordosten des Landes aus Rache an den Viet Minh, die über den Ho-Chi-Minh-Pfad Waffen ins Land schmuggelten. Alle acht Minuten soll damals eine Flugzeugladung Sprengkörper abgeworfen worden sein. Viele seien dabei nicht explodiert und liegen noch immer über weite Landstriche verteilt herum, jederzeit bereit bei Berührung in die Luft zu gehen.)

Bereits die Aufmachung des Grenzpostens lässt uns aufatmen. Afrika grüßt.
Am Desinfektionsapparat steht niemand, um die „Passkontrollbaracke“ laufen ein paar Hühner, davor sitzen einige Jugendliche auf einer verschlissenen Ledercouch und gleich daneben befindet sich ein Volleyballplatz, der größer ist, als das Gebäude selbst.
Das laotische Visum für umgerechnet 32 Dollar bekommt man hier vor Ort innerhalb von 10 Minuten ausgestellt. Eine Premiere. Warum geht das nicht auch anderswo? So unkompliziert könnte das Reisen sein….Abgefertigt wird man im Freien und die kleinen Separets, in denen die Polizisten ihren Dienst tun, sind plakatiert mit den Kalenderdamen des Jahres  (in traditioneller Tracht!).

In der Zollstation, die einige Kilometer entfernt liegt, werden wir zum ranghöchsten Offizier vorgelassen, der entscheiden soll, wie man das Einreiseprozedere für die Fahrzeuge in unserem Fall handhabt (ohne Carnet de Passage). Die „Kontrolle“ beschränkt sich auf einen kurzen, zurückhaltenden Blick aus dem Fenster (der Diensthabende ist an Coolness kaum zu überbieten) und nachdem wir für die Bearbeitung 5 Euro berappt haben, ist die komplette „Crew“ offiziell eingereist.

Auf dem Weg nach Muang Sing, einer kleinen Stadt im Nordosten, trennen wir uns von Thomas und Sabine, die sich über Weihnachten per Flieger auf den Heimweg nach Deutschland machen. Einen Tag Pause gönnen wir uns noch gemeinsam, bis wir tiefer in die dichte grüne Dschungellandschaft eintauchen, aus der es zirpt, brüllt und raschelt.

Eine ziemlich gut ausgebaute Straße windet sich durch den Nam-Ha-Nationalpark, der erste von mehreren seiner Art in Laos, in dem der Wald und seine Bewohner vor Wilderei und Brandrodung geschützt werden. Es sollen hier noch, Tiger, wilde Asiatische Elefanten, Gauren und andere vom Aussterben bedrohte Tierarten beheimatet sein. Viele verschiedene Bergvölker leben in diesem Gebiet noch im Einklang mit ihrer Natur.
Alles, was sie zum Überleben benötigen beziehen sie aus dem reichhaltigen Angebot, das sie umgibt.

Einige Dörfer befinden sich direkt entlang der Straße, und der Kontrast zu den Eindrücken in China könnte nicht größer sein. Ein kleiner Kulturschock, aber ein positiver! Die „Wand“ links und rechts der Strecke scheint immer undurchdringlicher, die Fülle an Geräuschen, die daraus hervordringt immer fremder. Bis ans Ende der Welt muss man also fahren, um vor einem Primärwald zu stehen, um sich darüber gewahr zu werden, wie entwurzelt man ist, wenn man dem Ursprung ins Auge sieht.
Wie viele Stunden, Tage, Monate könnten wir im Innern dieses Kosmos wohl überleben?

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